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Notizen aus Leipzig

Blogger und/oder Journalist

28. Februar 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
"The biggest difference between me and conventional bloggers is that I usually pause between first thought and posting. Inspired by the slow food movement, I like to think of myself as a slow blogger. Sometimes I'm so slow—as this Wednesday dispatch from a Friday-Saturday conference proves—that I resemble a conventional journalist", schreibt Jack Shafer in Slate Blog Overkill. Der Artikel und die Webseite zur Konferenz Blogging, Journalism & Credibility ist ziemlich gut.
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Gelesen: Jens Bisky, Geboren am 13. August

24. Februar 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Enttäuscht, das beschreibt es wohl am besten. Obwohl der Perlentaucher fast ausschließlich positive Rezensionen vereinigt, und ich mich dunklel entsinne dem Buch genau deswegen so freudig entgegnzusehen, hat sich mit der letzten Seite nur das Gefühl verstärkt, hier schreibt jemand einen Aufsatz über die DDR. MRR würde wohl feststellen, das ist keine Literaturrr! Ich habe aber einen Roman erwaretet, keine soziologisch noch so exakte Beschreibung der DDR der 70er, 80er und 90er. Peter hat hier wohl recht treffend von "schlaglichthaft, wenn auch routiniert" gesprochen. Fragen z.B. nach seine Mutter, Almuth Bisky, Sektionsleiterin Kunstpolitik im Rat des Bezirks, die die Staatssicherheit belieferte, werden nur sehr spärlich beleuchtet: "In den Akten liegen ihre Berichte über Erich Loest, nicht aus seiner Wohnung, doch über dienstliche Treffen und Begegnungen mit ihm. Das sowas geschehen könne, lag jenseits meiner kindlichen Vorstellungskraft. Kundschafter war für mich in jenen Tagen ein Abenteuerberuf, Spitzel gab es unter den Nazis, an das Schreiben von Berichten habe ich so wenig gedacht wie an das Ausreisen ... Ich sehe meine Mutter, die sich, was sie damals tat, bis heute nicht verzeiht." Dünn, auf welcher Seite steht er? Etwas deutlicher wird er bei seinem Lebensgefährten Wolfram, der gemeinsame Freunde verriet. "Seit ich diese Geschichte kenne, kann ich den Satz 'ich habe niemandem geschadet' nicht mehr hören. Wer sich mit der Stasi einließ, hatte es nicht länger in der Hand. Er hatte die Grenze überschritten, die der Anpassung, dem Mitmachen in der DDR nach dem Konsens ihrer Bürger gesetzt war." Gut, zum Teil verständlich, aber trotzdem schade, ich hätte mehr erwartet. Viel mehr findet sich auf der Seite single-generation.
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Kurzfilme in Leipzig

23. Februar 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Filme in Leipzig. Das letztjährige Filmfest Kurzsüchtig unetr reger Beteilungung befreundeter Filmemacher fand ich sehr gut gelkungen. Teilweise sehr professionell. Trotzdem anders, oder vielleicht gerade deswegen, ganz anders als die berühmte shocking local short night shuffle zum Dokfilmfest. Ein Förderverein mit zahlreichen Veranstaltungen, unter anderem Kurzsüchtig ist der Sommerfilm. Kurzsüchtig – die Zweite – am 27. und 28. April 2005 in der Schaubühne Lindenfels (Karl-Heine-Straße 50, 04229 Leipzig)
Dazu sind ab sofort alle Leipziger Filmemacher aufgerufen, ihre Arbeiten einzureichen.

Die Einsendefrist für die Kurz- und Dokumentarfilme endet am 31. März 2005. Die Länge der Kurz- bzw. Dokumentarfilme sollte 30 Minuten nicht überschreiten. Mehr auf Sommerfilm. Schöne Seite auch.
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Leipziger Universalgelehrter: Johann Adam Bergk

Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Wenn sie nicht so teuer wären, würde ich mich gern mal in die Schriften dieses klugen, wohl etwas streitsüchtigen Kopfes vertiefen.
Johann Adam Bergk, Die Kunst, Bücher zu lesen. Nebst Bemerkungen über Schriften und Schriftsteller, In der Hempelschen Buchhandlung, Jena, 1799, sowie
Bergk, Johann Adam. Die Kunst zu denken. Ein Seitenstück zur Kunst, Bücher zu lesen. XXVIII, S., 2 Bl., 447 S. Hübscher Halblederbd d. Z. mit 2 farbig. RSchildern und reicher RVergoldung. Leipzig, Hempel, 1802.
Erste Ausgabe, Kant gewidmet. Der Leipziger Privatgelehrte und Kantianer J. A. Bergk (1769-1834) wollte mit diesem Werk "keine allgemeine Logik liefern", sondern den gebildeten Menschen zur "Uebung der Denkkraft" anregen (Vorwort). Der Untertitel lautet entsprechend "Anweisung, wie man sich und Andere zum richtigen und gehaltreichen Selbstdenken erziehen kann." Die 31 Kapitel behandeln u. a. Selbstbeobachtung, Erziehung, Erwerb von Menschenkenntnis, Über das Zweifeln, Grenzen des Denkens, Die gedankenreichsten Schriftsteller der verschiedenen Nationen, Über den Werth der verschiedenen Wissenschaften, Völkerrecht und Weltbürgerrecht. Seine "Kunst, Bücher zu lesen" war drei Jahre zuvor in Jena erschienen.
Das günstigste Angbeot, das ich kenne ist ein 1983er Nachdruck für ca. 10 Euro. Das Original liegt bei ca. 400 Euro. Ich bin draufgestossen, bei der Suche nach einer Literaturverwaltung, die wie ein Zettelkasten sowohl Texte archivieren, als auch eine Bibliographie ausgeben als auch hypertextuelle Verbindungen herstellen kann. Scheint für den Mac mit DevonThink zu existieren. Die Nutzer der Dose gehen leer aus, oder?
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Gonzojournalismus

22. Februar 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Hunter S. Thompson ist tot, stilecht mit einer 65 Magnum in den Hals geschossen. Der Spiegel am 22.02.2005 über Gonzos Abschied: Ein Verrückter, ein Genie, ein Waffennarr: Hunter S. Thompson revolutionierte den amerikanischen Journalismus und wurde mit brillanten Texten zum Chronisten der Gegenkultur. Der Mann, der sich selbst Dr. Gonzo nannte, probierte jede Droge und jeden Exzess - gegen seine nagenden Selbstzweifel half es nicht.

Und die FAZ am 22.02.2005 zum Anfang und Ende seines Genres: Zwei Neuerscheinungen von Hunter S. Thompson: Der lange verloren geglaubte Roman "The Rum Diary" und die großartige Reportage über die "Hell's Angels" von 1966, die einerSchwundstufe des außergesetzlichen Individualismus nachspürt. Ist wirklich nicht so einfach was von ihm zu finden in Deutschland. Danke, Blumenbar Verlag!
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Gelesen: Spieltrieb von Juli Zeh

16. Februar 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Ein großes Buch, das hervorragend in ihre Reihe auch bisher schon bemerkenswerter Bücher passt. Eine Liebesgeschichte tief im Westen der alten BRD. Nicht nur die bis zum Schluss anhaltende Spannung, auch die Exkurse in Philosophie und Recht machen das Buich sehr lesenswert. Ada, die frühreife hochintelligente Pubertierende beschließt, dass ihr im Leben alles "gleich gültig" ist. Gleich gültig heißt, nichts hat Vorrang, alles schon mal gewesen. Klar, das klingt sehr nach Nietzsche.
Ada - verbündet mit dem ebenso hochintelligen Halbägypter Alev - machen sich dran, das auch tatsächlich unter Beweis zu stellen. Smutek muss dran glauben, bis zum Schluss bleibt unklar, ob und wie er wieder aus der ganzen Geschichte rauskommt. Das Leben ist ein Spiel, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Und in unserer durchgeplanten Welt kann man nur im Spiel tatsächlich "leben". Diese Auffasung gefällt mir ganz außerordentlich, obwohl die Umsetzung dann doch ganz schön hart ist.
Wer ist eigentlich der "Böse"? Das Buch läßt einen über Moral und Sinn und natürlich Liebe nachdenken- was will man eigentlich noch mehr? Ein interessanter Verweis auf Nabokov beiAmazon.de: Bücher: Spieltrieb
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Leipziger Uni bekommt Osteuropazentrum

10. Februar 2005 Gepostet von Unknown 1 Kommentare
"Im Kampf um das geplante Osteuropa-Zentrum für Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur hat Leipzig offenbar das Rennen gemacht. Nach einem Bericht der "Märkischen Oderzeitung" aus Frankfurt/Oder hat sich das Bundesbildungsministerium mit der für die Standortwahl betrauten Fraunhofer-Gesellschaft auf Leipzig als Standort geeinigt. Das Zentrum solle an die Leipziger Uni angebunden werden. Damit ist Frankfurt/Oder offenbar endgültig aus dem Rennen. Eine Bestätigung des Ministeriums gebe es allerdings noch nicht. Das Zentrum hat für dieses Jahr einen Etat von 1,5 Mio. Euro. ", so der mdr am 10. Februar. Das ist doch mal nicht schlecht.
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40 Tage quasselfrei": Verzicht auf Fast-Food-Sprache

8. Februar 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Der Beginn derr Fastenzeit am Mittwoch sollte nicht nur den Verzicht auf Essen, Alkohol oder Zigaretten markieren. Die Idee"40 Tage quasselfrei" mit dem Verzicht auf Fast-Food-Sprache finde ich sehr gut, bemerke doch auch bei mir die verstärkte Nutzung von Superlativen. Hier passt, wie immer, Goethe in seinem Sonett 'Warnung': "Am jüngsten Tag, wenn die Posaunen schallen / Und alles aus ist mit dem Erdeleben, / Sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben / Von jedem Wort, das unnütz uns entfallen.
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Heimat Moderne, Experimentale 1, Leipzig 2005 5. März bis 11. September 2005

2. Februar 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Das Projekt Heimat Moderne, das vom 5. März bis 11. September 2005 in Leipzig stattfindet, will die Frage, welche Bedeutung das architektonische, aber auch das gesellschaftliche und kulturelle Erbe der Moderne für die Identität der Stadt heute noch hat, aufgreifen und öffentlich diskutieren.Presseportal: Heimat Moderne, Experimentale 1, Leipzig 2005 5. März bis 11. September 2005 Dazu gehören Ausstellungen, Konzerte etc. Gespannt bin ich auf den Proteststadtplan. Was ist darunter zu verstehen? Ansoswnten hoffe ich auf Richtungswewisendes für meine geliebte Hauptpost - DAS Schmuckstück der 60er-Moderne am Augustusplatz, das wahrscheinlich dem Verfall preisgegeben werden soll.
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Gebrauchsanleitung für Deutschland: Kein "easy going". [ad hoc]

1. Februar 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Wirklich treffend, die Gebrauchsanleitung für Deutschland. Kein "easy going", sondern Arbeit ist wichtig. Mein lokales Bier ist übrigens Reudnitzer. Trink ich mittlerweile ganz gern, war mal übel, aber ist ganz ordentlich geworden. ;->
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