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Notizen aus Leipzig

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Buchmesse Literatur

Archipel von Inger-Maria Mahlke gewinnt Deutschen Buchpreis

9. Oktober 2018 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Die ZEIT lobt nicht nur den Stil, und die kleinteilige Erzählweise, sondern vor allem dass Mahlke den Familienroman ins 21. Jahrhundert führe, "unprätentiös, literarisch souverän und – vor allem – auch politisch relevant". Hier noch eine Rezension  im SPIEGEL.
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Buch Buchmesse Leipzig Literatur
9. Februar 2012 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Die Nominierten stehen fest: 15 Autoren hoffen auf den Preis der Leipziger Buchmesse 2012


In diesem Jahr reichten 147 Verlage insgesamt 460 Titel ein, die bis zur Leipziger Buchmesse 2012 erscheinen werden. Die siebenköpfige Kritikerjury nominierte jeweils fünf Autoren bzw. Übersetzer in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2012:
Kategorie Belletristik:
  • Anna Katharina Hahn: „Am Schwarzen Berg” (Suhrkamp)
  • Thomas von Steinaecker: „Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen” (S. Fischer Verlag)
  • Sherko Fatah: „Ein weißes Land” (Luchterhand Literaturverlag)
  • Wolfgang Herrndorf: „Sand” (Rowohlt Berlin)
  • Jens Sparschuh: „Im Kasten” (Kiepenheuer & Witsch)
Kategorie Sachbuch/Essayistik:
  • Jörg Baberowski: „Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt” (C.H. Beck)
  • Carolin Emcke: „Wie wir begehren” (S. Fischer Verlag)
  • Manfred Geier: „Aufklärung. Das europäische Projekt” (Rowohlt)
  • Lothar Müller: „Weiße Magie. Die Epoche des Papiers” (Carl Hanser Verlag)
  • Wilfried F. Schoeller: „Alfred Döblin. Eine Biographie” (Carl Hanser Verlag)
Kategorie Übersetzung:
  • Hans Pleschinski: „Nie war es herrlicher zu leben: Das geheime Tagebuch des Herzogs von Croÿ 1718 - 1784”, aus dem Französischen (C.H. Beck)
  • Nikolaus Stingl: „Der Tunnel”, aus dem Englischen, von William H. Gass (Rowohlt Verlag)
  • Christina Viragh: „Parallelgeschichten”, aus dem Ungarischen, von Péter Nádas (Rowohlt Verlag)
  • Caroline Vollmann: „Mademoiselle de Maupin” aus dem Französischen, von Théophile Gautier (Manesse Verlag)
  • Thomas Frahm: „Feuerköpfe”, aus dem Bulgarischen, von Vladimir Zarev (Deuticke Verlag)

Sehr schön ist, dass Timothy Snyder - Bloodlands
für den Preis der Leipziger Buchmesse zur Europäischen Verständigung nominiert wurde.
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Buchmesse Leipzig

Preis der Leipziger Buchmesse 2011

18. März 2011 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Der Preis der Leipziger Buchmesse 2011 geht an Clemens J. Setz, Henning Ritter und Barbara Conrad.
Am 17. März 2011 wurde zum siebten Mal der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen. Nominiert waren jeweils fünf Autoren oder Übersetzer in den Kategorien "Belletristik", "Sachbuch/Essayistik" und "Übersetzung".

Die Jury unter Vorsitz von Verena Auffermann entschied sich für:
Kategorie Belletristik:
Clemens J. Setz, Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes
(Suhrkamp Verlag)

Zur Begründung:
Der Preis der Leipziger Buchmesse geht an Clemens J. Setz’ Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“. Den Ausschlag gaben die Kühnheit der Konstruktion, die Eigenwilligkeit der Sprache und die Konsequenz des Konzepts, das zu gleichermaßen originellen wie unheimlichen Geschichten führte. Sie machen mit einem ernüchternden Menschenbild ernst, das wir wissenschaftlich längst akzeptiert haben, aber kulturell bislang erfolgreich überspielen. Das Erzählpersonal setzt sich aus Eltern zusammen, die mit ihren Kindern nichts anfangen können, aus Paaren, die ihre Verfallszeit längst überschritten haben, aus Einzelgängern, Außenseitern und rituellen Opfern, die sich das Selbstmitleid nicht mehr leisten, zum Selbstmord nicht in der Lage sind und am Nullpunkt des sinnvollen Lebens dahinvegetieren. Bei Setz hat die Einbildungskraft das Schlimmste immer schon vorweggenommen, seine Figuren immu nisieren sich gegen den Schmerz und lagern ihr natürliches Empathie-Vermögen in animistische Dingbeschwörungen aus. In dieser moralfreien, von Illusionen desinfizierten Welt wird der Sadismus zum letzten Kanal des Transzendenzbegehrens.
In seiner bewusst artifiziellen, hochverspiegelten Prosa porträtiert sich der Autor als Exorzist einer aus den Fugen geratenen Phantasie, als moderner Schamane in Blaubarts letzter Kammer, der im fahlen Flimmern der Medialität die Schmutzarbeit des Zuendedenkens für uns erledigt. Sein Personal teilt sich in jene, die sich aus dem Dekorum der Humanität lustvoll herauswinden, um alle Hemmungen fallen zu lassen, und andere, die sich in die Einsamkeit des reinen Beobachters retten. Im Verbund mit diesen Ortlosen gelingen ihm die stärksten Effekte. In Erzählungen wie „Das Riesenrad“ und „Kleine braune Tiere“ skizziert er eine Menschheit im Wartezustand, ohne Leitbilder und Ideale, losgelöste Astronauten im Raumschiff Erde, auf der Abschussrampe, aber ohne Ziel. Der Preis würdigt ein düsteres, mit Überraschungen aufwartendes Prosalabor, in dem ein junger Autor sich traut, mit den Mitteln der Sprache Va-banque zu spielen.

Der Autor:
Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren. Er studierte Mathematik und Germanistik in Graz. Sein literarisches Debüt erfolgte mit dem Roman Söhne und Planeten (Residenz 2007). Clemens Setz erhielt mehrere Auszeichnungen, u.a. den Ernst-Willner-Preis im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs 2008. Sein zweiter Roman Die Frequenzen (Residenz 2009) wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert und mit dem Literaturpreis der Stadt Bremen 2010 ausgezeichnet.

Kategorie Sachbuch/Essayistik:
Henning Ritter, Notizhefte (Berlin Verlag)

Zur Begründung:
Henning Ritters Notizhefte sind ein ungewöhnliches Buch, nicht nur weil es Gelehrsamkeit auf eine leichte Art präsentiert, anmutig, freundlich, nie grimmig, sondern in der Form des Aphorismus, der Reflexion, des Kurzessays, der kritischen Bemerkung. Sprache und Bildung werden hier virtuos gehandhabt. Die „Notizhefte“ erlauben es dem Leser, den Autor beim Gespräch mit dessen Vertrauten aus der Geistesgeschichte zu belauschen. Er erwischt sie in dem Augenblick, da sie sich unbeobachtet glauben und ihre Leidenschaften unverstellt äußern. Es sind dies - und das erhöht das Vergnügen in diesem Fall - Leidenschaften des Denkens und des Formulierens.

Dem Leser erschließen Ritters Notizen Ideengeschichte seit der Französischen Revolution; sie führen ihn auf Trampelpfade, Schleichwege und rasch stellt er, stellt sie fest, dass er mit Ritter rascher vorankommt als mit mancher Monographie, die ihn auf Avenuen locken will. Hier geht es nicht ums Gepränge, sondern ums Unerledigte. Ritter nutzt die Motive alteuropäischen Denkens für die Selbstverständigung über die „Berliner Republik“.

Das Buch beginnt mit einer Frage: „Was wiegt schwerer, moralisches oder intellektuelles Versagen?“ Nach der Lektüre dieses Buches weiß man, dass es unmoralisch ist, sich intellektuell keine Mühe zu geben, sich mit Vorgestanztem zu bescheiden. Gut, dass es dieses Buch gibt - es lädt dazu ein, durch schöne Anstrengung und intensive Plaudereien mit sich selbst bekannt zu werden.

Der Autor:
Henning Ritter, 1943 in Seiffersdorf (Schlesien) geboren, war von 1985 bis 2008 in der F.A.Z. verantwortlich für das Ressort "Geisteswissenschaften". Es liegen zahlreiche Publikationen von ihm vor, u.a. als Herausgeber von Rousseaus Schriften und Montesquieus Meine Gedanken - Aufzeichnungen; zuletzt veröffentlichte er Die Eroberer. Denker des 20. Jahrhunderts (C.H. Beck 2008). Henning Ritter wurde im Jahr 2000 die Ehrendoktorwürde der Universität Hamburg verliehen, 2005 erhielt er den Ludwig-Börne-Preis.

Kategorie Übersetzung:
Aus dem Russischen von Barbara Conrad:
Lew Tolstoi, Krieg und Frieden
(Carl Hanser Verlag)
Zur Begründung:
"Geduld und Zeit" brauchte Kutusow, nach Tolstois Worten, um Napoleon zu schlagen. Geduld und Zeit hat auch Barbara Conrad gebraucht. Ihre Neuübersetzung von Krieg und Frieden ist eine enorme Leistung an Energie und Ausdauer. Sie ist überdies ein Meisterwerk der Sprachkunst und übertrifft, nach Meinung der Jury, alle ihre Vorgänger. Wo diese gern Passagen kürzten, lange Satzperioden aufteilten, das Französische eindeutschten, immer nach der schönsten Entsprechung suchten, bleibt Barbara Conrad ganz nah beim Geist des Originals. Das Ergebnis ist kein geglätteter, polierter Tolstoi, sondern ein Rohdiamant, wie ihn der Schriftsteller selbst herstellen wollte, jenseits aller künstlichen Eleganz. Es ist Tolstoi in all seiner "Knorrigkeit", wie sie von den Zeitgenossen etwas verwundert konstatiert wurde. Barbara Conrads Tolstoi ist kein Konsumgut geworden, er bleibt eine Herausforderung, die Lektüre eine Ozeanüberquerung, Flauten und Stürme inbegriffen, keine schnelle, lustige Flussfahrt. "Tolstois Prosa hält Schritt mit unserem Puls", hat Nabokov einmal gesagt. Jetzt können auch wir deutschen Leser nachvollziehen, was er gemeint hat. Dafür erhält Barbara Conrad den Preis der Leipziger Buchmesse für Übersetzung.

Die Übersetzerin:
Barbara Conrad wurde 1937 in Heidelberg geboren. Nach einer Bibliothekarsausbildung studierte sie Slawistik, Anglistik und Germanistik. 1971 promovierte sie mit der Arbeit I.F. Annenskijs poetische Reflexionen. Danach arbeitete Barbara Conrad bis 1982 als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Assistentin am Slawistischen Institut der Universität Heidelberg und hatte Lehraufträge in Kassel. Seither ist sie freiberuflich als Übersetzerin (u.a. Tschechow, Tolstoi, Pasternak) und Herausgeberin tätig.

Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2011

In diesem Jahr hatten 131 Verlage insgesamt 480 Titel eingereicht, die bis zur Leipziger Buchmesse 2011 erschienen sind. Die siebenköpfige Kritikerjury nominierte jeweils fünf Autoren bzw. Übersetzer in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2011:

Nominiert in der Kategorie Belletristik:


* Anna Katharina Fröhlich: Kream Korner (Berlin Verlag)

* Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil (Carl Hanser Verlag)

* Wolfgang Herrndorf: Tschick (Rowohlt Berlin Verlag)

* Clemens J. Setz: Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes (Suhrkamp Verlag)

* Peter Stamm: Seerücken (S. Fischer Verlag)


Nominiert in der Kategorie Sachbuch/Essayistik:

* Patrick Bahners: Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam. Eine Streitschrift (C.H. Beck)

* Andrea Böhm: Gott und die Krokodile. Eine Reise durch den Kongo (Pantheon Verlag)

* Karen Duve: Anständig essen. Ein Selbstversuch (Galiani Verlag Berlin)

* Marie Luise Knott: Verlernen. Denkwege bei Hannah Arendt (Matthes & Seitz Berlin)

* Henning Ritter: Notizhefte (Berlin Verlag)

Nominiert in der Kategorie Übersetzung:

* Barbara Conrad: Krieg und Frieden von Lew Tolstoi, aus dem Russischen neu übersetzt und kommentiert (Carl Hanser Verlag)

* Ralph Dutli: Fatrasien. Absurde Poesie des Mittelalters (Autor anonym), aus dem Altfranzösischen, (Wallstein Verlag)

* Maralde Meyer-Minnemann: Mein Name ist Legion von António Lobo Antunes, aus dem Portugiesischen (Luchterhand Verlag)

* Terézia Mora: Ein Produktionsroman (zwei Produktionsromane) von Péter Esterházy, aus dem Ungarischen (Berlin Verlag)

* Dagmar Ploetz: Unter dieser furchterregenden Sonne von Carlos Busqued, aus dem argentinischen Spanisch (Antje Kunstmann Verlag)

Der Preis der Leipziger Buchmesse wurde 2011 zum siebten Mal verliehen. Die Auszeichnung ehrt herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen. Dotiert ist er mit insgesamt 45.000 Euro. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner ist das Literarische Colloquium Berlin (LCB), Medienpartner sind die Wochenzeitschrift DIE ZEIT und das Magazin buchjournal.
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15 Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse

11. Februar 2010 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Unter 760 eingereichten Büchern hat die siebenköpfige Kritikerjury ausgewählt und nominierte jeweils fünf Autoren bzw. Übersetzer in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2010. Das sind nun also die besten Bücher des Frühjahres. Der Preis ist 45000 Eus wert und wird zum sechsten Mal verliehen.

Kategorie Belletristik:
  • Jan Faktor: "Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag" (Verlag Kiepenheuer & Witsch)
  • Helene Hegemann: Axolotl Roadkill" (Ullstein Verlag) -- Interessante Nominierung angesichts der Debatten gerade. Schön.
  • Georg Klein: "Roman unserer Kindheit" (Rowohlt Verlag) -- Das freut mich auch. Georg Klein hätte es mal verdient.
  • Lutz Seiler: "Die Zeitwaage" (Suhrkamp Verlag)
  • Anne Weber: "Luft und Liebe" (S. Fischer Verlag)

Kategorie Sachbuch/Essayistik:
  • Michael Hampe: "Das vollkommene Leben. Vier Meditationen über das Glück" (Carl Hanser Verlag)
  • Steffen Martus: "Die Brüder Grimm. Eine Biographie" (Rowohlt Verlag)
  • Ulrich Raulff: "Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben" (C.H.Beck)
  • Frank Schirrmacher: "Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen" (Blessing Verlag) -- Das verstehe ich nicht. Aber vielleicht geht es ja auch um öffentliche Aufmerksamkeit, und die hat das Buch gehabt.
  • Wolfgang Ullrich: "Raffinierte Kunst. Übung vor Reproduktionen" (Verlag Klaus Wagenbach)

Kategorie Übersetzung:
  • Ulrich Blumenbach: "Unendlicher Spaß", aus dem Amerikanischen von Autor David Foster Wallace (Verlag Kiepenheuer & Witsch)
  • Christian Hansen: "2666", aus dem Spanischen von Autor Roberto Bola?o (Carl Hanser Verlag)
  • Grete Osterwald: "Waltenberg", aus dem Französischen von Autor Hédi Kaddour (Eichborn Verlag)
  • Rosemarie Tietze: "Anna Karenina", aus dem Russischen von Autor Lew Tolstoi (Carl Hanser Verlag)
  • Hubert Witt: "Wilner Getto 1941-1944: Biographische Aufzeichnungen", aus dem Jiddischen von Autor Abraham Sutzkever (Ammann Verlag)

Die öffentliche Preisverleihung findet am Donnerstag, den 18. März 2010, 16.00 Uhr auf der Leipziger Buchmesse statt. Schön ist, ab dem 18. Februar kann man unter www.literaturport.de. alle nominierten Titel mit einer kleinen Hörprobe kennenlernen.

Am 14. Februar sind ab 16.00 Uhr Anne Weber, Helene Hegemann und Lutz Seiler zu Gast im Lese-Café des Hörfunksenders MDR Figaro. Zwei Wochen später, am 28. Februar, begrüßt Moderator Michael Hametner Georg Klein und Jan Faktor. Der MDR sendet live aus der Leipziger Moritzbastei (Universitätsstraße 9), die Veranstaltung ist öffentlich, kann man also hingehen. Im Literaturhaus München (Salvatorplatz 1) stellen sich am 2. März die Nominierten der Kategorie Belletristik vor. Es moderieren Gerwig Epkes (SWR2) und Martin Zeyn (BR2). Die Veranstaltung beginnt 20.00 Uhr.

Der Jury gehören an: die Vorsitzende Verena Auffermann, Jens Bisky (Süddeutsche Zeitung), Dr. Ina Hartwig, Kristina Maidt-Zinke (Süddeutsche Zeitung), Elmar Krekeler (Die Welt), Dr. Adam Soboczynski (Die Zeit) und Volker Weidermann (Frankfurter Allgemeine Zeitung).
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Gabelstaplermeer: das neue von Clemens Meyer

17. Juli 2008 Gepostet von Unknown 2 Kommentare
Gerade als er in seiner gewohnt schnoddrigen Art und mit unverkennbarem Dialekt auf die Frage antwortete, was der Satz - die Erzählungen leuchten - im Klappentext des Buches zu bedeuten habe, tauchte der Engel auf. Ein Mann mit zwei überdimensional großen Engelsflügeln hatte wohl das Interesse an den Comics in Halle 3 verloren und versuchte zuzuhören. Ein gewagtes Vorhaben mit seinen ca. 2 Meter hohen Engelsflügeln. Aber irgendwie passend. Meyer tat die Frage nach dem Leuchten ab.

Das zweite Buch ist das schwierigste, und nach seinem grandiosen Debüt Als wir träumten lag die Latte hoch. Doch Meyer hat diese mit Bravour gemeistert. Das er den Preis der Leipziger Buchmesse gewann, ist daher nur konsequent. Mit Die Stadt. Die Lichter hat er ein Buch vorgelegt, das in bester Tradition steht. Man kann an den großartigen Story-Schreiber Raymond Carver denken, aber auch Hemingway ist präsent, und das bis zum Titel der Geschichten. Denn Meyer hat in einer wundervollen, schnörkellosen Sprache spannende Figuren vorgestellt. Die Geschichten beginnen und enden wie ein Faustschlag - niemand wird langatmig vorgestellt, der Autor führt mitten in den Augenblick. Damit erhalten sie eine Dynamik, die ihresgleichen sucht.
Eine gute Kurzgeschichte bietet Stoff für einen Roman, denn mit dem Ende geht die Geschichte im Kopf weiter.

Etwa wenn er die zarte Liebesgeschichte in den riesigen Gängen des Großmarktes beschreibt, deren Mann - „früher ‚n netter Kerl“ war, „aber seit er arbeitslos ist, ist er ‚n ziemliches Arschloch“. Warum Marion dann ein paar Wochen nicht kommt, warum sich der alte Meister aufhängt, bleibt offen. Damit bleiben Lücken, die Raum für den „Roman im Kopf“ bieten.
Jede einzelne steht für sich, aber alle zusammen lesen sich wie ein Roman, so schätzt Meyer sein Buch selbst ein. Bindeglied ist aber nicht das Scheitern der Helden, sondern eher der Blick. Hier hat jemand - und das wurde auch schon beim Erstling hervorgehoben - tatsächlich nicht nur Betroffenheitslyrik zu bieten, siondern erzählt aus dem Leben.
Und da passt dann auch, dass das Ende der Geschichte „Von Hunden und Pferden“ mit einem letzten Satz einiges umwirft. Das kann man nicht vorwerfen, denn das Leben spielt mitunter so zu. Entschädigt wird man dann vom Rauschen der Gabelstaplerhydraulik, es geht also auch fast romantisch.
Unbedingt lesenswert.
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Schnell mal schnell

7. März 2007 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Schnell mal schnell

Schnell mal Sonne aufgeh‘n seh’n
überm Fluss, schnell dich versteh’n
und schneller deine Brüste greifen
und schnell zur Uhr mit Blicken streifen

Dann schnell mal kommen, schnell vergessen,
schneller aufsteh‘n, schneller essen,
schnell dein Geburtstag: schnell was schenken,
schnell schon an was andres denken

schnell zur Tür und schnell verschwinden,
schnell noch deinen Hass verwinden,
dann schnelle Arbeit, schnelles Geld,
schnell wieder glauben an die Welt

schneller rechnen, schneller schalten
und schneller diesen Tag verwalten
schnell noch was organisieren
dann schnell zum Taxi, onanieren,

an der Ampel, schneller warten
schnell den Fluss seh’n, schneller starten
schneller sprechen, schneller schreiben
und schneller tot im Wasser treiben …

P.S. DAS NEUESTE VON KURT MONDAUGEN:

Kurt Mondaugen
liest nicht nur zur Buchmesse. Gefunden auf dem neuen Blog zur LEIPZIGER BUCHMESSE 22.-25.03.2007
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