30. November 2011

Novemberlied

Novembernebel füllen
   Mit feuchtem Grau das Thal,
Als wollten sie verhüllen
   Die Erde, kahl und fahl.

Mit seinem dunklen Saume
   Gespenstisch ragt der Wald,
Daraus, so wie im Traume,
   Von fern die Axt erschallt.

Den Pfad mit kühlem Hauche
   Umwittert ödes Weh',
Verwais't am dorn'gen Strauche
   Bebt Hagebutt' und Schleh'.

Wohin die Schritte streben,
   Versinkt der Fuß im Koth –
Mühselig ist das Leben
   Und traurig wie der Tod.

Ferdinand von Saar (1833-1906)

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