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Notizen aus Leipzig

Clash Live on Flickr

16. Dezember 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare

Wunderschöne Bilder. Joe Strummer Weihnachten 1979 vor 50 Zuschauern in London. Und jetzt ist er schon wieder fast zwei Jahre tot. Clash Live on Flickr - Photo Sharing! Hier die Meldung in der BBC und der Fotograf hat ein eigenes Blog www.andyrosenphotos.com, thanx, Andy
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Gelesen: Lettre International Ausgabe 70

Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Gestern fand ich die neue Ausgabe im Briefkasten, und ich bin noch mitten in der vorherigen Nummer.
Mal vorweg: Der Reportagen-Award der Lettre ist großartig.
Die Abwracker ist wohl mein Favorit. Man kann ja immer viel über Globalisierung reden, man kann auich über grüne Themen reden, aber wahrscheinlich ganz sicher haben wir hier im Westen eine ganz andere WAhrnehmiung. In der Reportage wird deutlich, dass die dreckigen, schlecht bezahlten, gefährlichen, also einfach beschissenen Jobs am Starnd von Alang eben entgegen allen Erwartungen begehrt sind. Die Arbeiter verstehen überhaupt niocht, worum es westlichen Naturschützern geht. Ihnen geht es um Überleben, um Geld. Und dazu sehr gut geschrieben: "Der Motor erstarb, der Reihe nach wurden die Lichter von vorn nach achtern ausgeschaltet, und schließlich lag die 'Pioneer' reglos in der Dunkelheit. Wenn, wie behauptet wird, ein Schiff lebendig sein kann, dann war dies der Augenblick, an dem die 'Pioneer' starb. 1971 war sie in Japan gebaut worden und hatte unter diversen Besitzern und wechselnden Namen – 'Cosmos Altair', 'Zephyrus', 'Bangkok Navee' und 'Normar Pioneer' – die Welt umrundet, doch während ich vom Strand aus zusah, wurde sie zum eisernen Leichnam – nach indischem Gesetz und in der Praxis kein Schiff mehr, nur noch eine importierte Stahlmasse. Die Matrosen an Bord ließen den Strahl ihrer Taschenlampe durch die toten Gangways streichen und warteten auf die Ebbe, damit sie eine Strickleiter herablassen und sich trockenen Fußes davonmachen konnten. Die Arbeiter des neuen Besitzers würden am Morgen damit beginnen, den Leichnam zu zerteilen."

Die sieben Finalisten bei Ulyssus -Award 2005:
Ricardo Uceda Verhöre in den Anden. Wo sich ihr Traum erfüllte: für die Revolution zu sterben
Riverbend 11/09/04 Falludscha. Aus dem Alltag von Krieg und Besatzung – ein Girl-Blog aus Bagdad
Suketu Mehta Bombay, Maximum City. Urbanes Chaos, Bandenkrieg und das Regime der Polizei - Eine erschreckende Welt tut sich da auf!
William Langewiesche Schiffsverschrotter. Die Abwracker von Alang und die Anarchie der Meere
Abdellah Hammoudi Tage in Mekka
Alexandra Fuller Söldnerherz. Unterwegs mit einem Killer – Reise in die afrikanischen Kriege
Carolin Emcke In Kolumbien. Eine Zivilbevölkerung zwischen Guerilla, Militär und Drogenmafia
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WM Auslosung

10. Dezember 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare

via ostblog:
Herrlich. ;eine kleine Stadt macht sich hübsch. Und so voll wie am 9. Dezember isses selten. Könnte es aber viel öfter sein.
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Bibliothek Buch

Gelesen: Warum so verlegen?

9. Dezember 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Wagenbach Verlagsgeschichte in Wagenbach Taschenbuch. Geschenk von der freundlichen Mitarbeiterin auf der Buchmesse. Schönes Kompendium der Verlagsgeschichte. Klaus Wagenbach ist eine tatsächlich beeindruckend, sture Persönlichkeit. Deswegen ist er sow weit gekommen. Weiss gar nicht ob es das Buch im Buchhandel gibt. Falls ja, kann man lesen, wenn man sich für den verlag interessiert.
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Gelesen: Das Staubkorn und andere Liebesgeschichten

Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Osteuropäische Erzähler mit Liebesgeschichten aus den 80ern. Erschienen als spektrum im Volk und Welt Verlag.
Großartige Geschichten, würde wahrscheinlich wie so manche andere Perle auf dem Büchermarkt groß einschlagen. Aber vielelicht aucgh nicht, hat eben einen Bezug zu den 80ern im Ostblock.
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Hüsch gestorben

Gepostet von Unknown 0 Kommentare
via .Der Schockwellenreiter: Das Gedicht "Ein deutscher Lästerer" (07.12.2005) ist herrlich!° Das Gedicht ist von 1968, könnte aber auch heute geschrieben sein.

»Ich bin ein deutscher Lästerer«

(Hanns Dieter Hüsch, 1968)
Ich habe mich von Kindesbeinen an zu einem deutschen Lästerer entwickelt
Ich habe meinen deutschen Laufstall nicht verlassen
Ich habe schon mit einem Jahr gesprochen
Ich habe schon mit vierzehn Monaten einen guten Eindruck gemacht
Ich habe schon mit 36 Monaten mir meinen Scheitel selbst gekämmt
Ich habe niemals Obst gegessen, wenn es nicht vorher stundenlang gewaschen war — wer weiß, durch wieviel Hände dieser Apfel schon gegangen ist
Ich habe in der Schule meine Butterbrote immer aufgegessen
Ich habe im Kindergottesdienst immer ausgesehen wie ein Schaf
Ich habe meine deutschen Bleyle-Hosen bis zum »gehtnichtmehr« getragen
Ich habe als Sextaner zur Oberprima aufgeschaut
Ich habe als Primaner Professoren für die Allergrößten gehalten
Ich habe mich dann geistig auf dem laufenden gehalten
Ich habe mich dann musisch auf dem laufenden gehalten
Ich habe mir dann sagen lassen müssen, daß ich ein internationaler Mauschler bin
Ich habe mir dann sagen lassen müssen, daß ein Volk wie eine Art Familie ist
Ich habe mir dann sagen lassen müssen, daß es Gott doch gar nicht gibt
Ich habe mir dann sagen lassen müssen, daß es Gott doch gibt
Ich habe mir dann sagen lassen müssen, daß ein deutscher Soldat mehr wert ist als ein russischer Soldat
Ich habe mir dann sagen lassen müssen, daß ein deutsches Kind biologisch viel höher steht als ein Zigeunerkind
Ich habe mir dann sagen lassen müssen, daß ich ein weltfremder Idiot bin
Ich habe mir dann sagen lassen müssen, daß ich doch mal zum Friseur gehen soll

Sie könnten sich auch mal die Haare schneiden lassen
Sie haben wohl kein Geld, zum Friseur zu gehen
Sie haben wohl wieder Ihre Trotzphase
Sie dürften mein Sohn nicht sein
Mit solchen Haaren
Ich müßte Ihr Chef sein
Mit solchen Haaren dürften Sie mir nicht kommen
Was sagen denn Ihre Eltern dazu
Bei Adolf hätten Sie so nicht herumlaufen können
Sie meinen wohl noch, das wäre schön

Würden Sie mir bitte einen Kamm kaufen

Ich kann Ihnen ja nichts sagen: Das ist diese Demokratie
Das ist ja dieser amerikanische Einfluß
Wenn ich Ihr Vater wäre, ich würde Sie mit einer Heckenschere in die Mache nehmen
Wir sind auch mit kurzen Haaren groß geworden
Das ist doch alles diese Überfremdung
Ein Jahr Arbeitsdienst und die Haare wären weg
Das ist doch wohl ganz einfach eine Sache des geringsten Anstands
Ihr Friseur hat sich wohl den Arm gebrochen?
Ihnen ist wohl gleichgültig, wie Sie aussehen?
Die Haare kann man sich doch wenigstens schneiden lassen
Wir hätten so nicht vor unseren Lehrer treten können
Ich kann Sie mit meinem Wagen rasch zum Friseur fahren

Ich habe mir dann sagen lassen müssen
daß Gottes Mühlen langsam mahlen
daß der gesunde Menschenverstand immer noch die Richtschnur ist
daß ich nicht soviel rauchen soll
daß eine deutsche Frau in erster Linie Mutter ist
daß die moderne Kunst krankhaft ist
daß ich Vater und Mutter ehren soll
daß schon der geringste Anstand verlangt, zuerst Deutscher und dann Mensch zu sein
daß ich nicht alles negativ sehen soll

Ich habe mir dann sagen lassen müssen, daß ich indifferent bin
daß ich einen zu einseitigen Standpunkt habe
daß ich gar keinen Standpunkt habe
daß ich doch gleich nach Moskau gehen soll
daß ich ein Kleinbürger bin
daß ich verwahrlost bin
daß ich dafür zu jung bin
daß so die Freiheit nicht aussieht

Daß ich gerade gehen soll
daß ich konsequent sein soll
daß ich in eine Partei gehen soll
daß ich meine Butterbrote aufessen soll
daß ich auch mal zum Friedhof gehen soll
daß ich nicht ungewaschenes Obst essen soll
daß ich einen guten Eindruck machen soll
daß ich wieder wie ein Kind werden soll
daß ich wieder in meinen Laufstall soll
daß ich den Mund halten soll
daß ich meinen deutschen Laufstall nicht verlassen soll.

Hanns Dieter Hüsch, der Barde vom linken Niederrhein ist gestern im Alter von 80 Jahren gestorben.
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Lesefutter aus der BL

7. Dezember 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Toller Lesestoff aus der British Librar< - hier:
Auffällig, wie immer bei alten Büchern, der hervorragenmde Satz.
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