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Notizen aus Leipzig

Animated stereoviews of old Japan

28. März 2012 Gepostet von Unknown 0 Kommentare


Mehr 3D-Bilder hier http://www.pinktentacle.com/2009/10/animated-stereoviews-of-old-japan/
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Bücherliste

Gepostet von Unknown 2 Kommentare
Unter anderem bei Frau Mutti, Anke Gröner und irgendwas ist ja immer entdeckt und auch mal angefangen...
Die hundert beliebtesten Bücher. Die, die ich irgendwann mal las, sind fett markiert.

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien
Nö. Den Film würd ich gern mal sehen, aber nur wnn es sich mal ergibt.

2. Die Bibel
Mindestens quergelesen. Das dafür schon öfter.

3. Die Säulen der Erde, Ken Follett
Nö.

4. Das Parfum, Patrick Süskind
Fand ich ganz toll, Anfang der 90er gelesen. Der Film war dann - trotzdem ich Tykwer mag - eher durchschnittlich.

5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry
Jo, Anfang der 90er und dann auch noch mal an die Kinder verschenkt. Ist in Ordnung.

6. Buddenbrooks, Thomas Mann
Thomas Mann ist eigentlich alles gut, was ich gelesen habe. Das war Schullektüre, hat mir aber sozusagen den Weg geebnet.

7. Der Medicus, Noah Gordon

8. Der Alchimist, Paulo Coelho
Nö, echt ein Haufen Bestsellerkram.

9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling
Den Kindern teilweise vorgelesen. Weiß aber nicht mal mehr welcher Band.

10. Die Päpstin, Donna W. Cross

11. Tintenherz, Cornelia Funke

12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon

13. Das Geisterhaus, Isabel Allende
War okay. Den Film fand ich dann fast besser.

14. Der Vorleser, Bernhard Schlink

Hat mir sehr gut gefallen. Schwieriges Thema sehr gut bearbeitet. Mir gefällt, dass der Autor ein recht bedeutender Jurist ist und dafür ist die Sprache sehr gut. Ich fan auch die filmische Umsetzung recht gelungen - klar, ich mag Kate Winslet.

15. Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe
Klasse. Auch hier hat Schullektüre die Augen geöffnet. Der zweite Teil lohnt sich auch.

16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón

17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen
Wunderbar. Hat mir gut gefallen. Verfilmung kam da keine ran.

18. Der Name der Rose, Umberto Eco
Dafür dass es wohl sein "einfachstes" Buch sein soll, war es immer noch recht komplex. Beim Focaultschen Pendel empfiehlt es sich, entweder den Rechner anzulassen oder eine Enzyklopädie zur Hand zu haben.

19. Illuminati, Dan Brown
Fand ich gar nicht mal so schlecht. War aber wie einen Krimi lesen, lange fernsehen  oder einen Hamburger essen, im Moment gut, aber danach irgendwie unbefriedigend. Hatte das Gefühl mit der lektüre Lebenszeit verschenkt zu haben.

20. Effi Briest, Theodor Fontane
Fontane finde ich alle ausgezeichnet.

21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling
Könnte sein, wie gesagt, sie Nr. 9.

22. Der Zauberberg, Thomas Mann
Ganz fest vorgenommen.

23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell

24. Siddharta, Hermann Hesse
Muss ja. Mit 16.

25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch
Fand ich damals ziemlich gut. Kann mich aber leider an nichts mehr erinnern.

26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende

27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn

28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt
Nur gelesen weil von Harry Rowohlt übersetzt und empfohlen. War okay. Der Autor muss aber, zumindestens erzählte das Harry Rowohlt mal in der Schaubühne, ein wirklich patenter und witziger Mensch gewesen sein, der auch gern mal ein alkoholisches Getränk verzehrte.

29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse

30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley

31. Deutschstunde, Siegfried Lenz
Das gerade nicht, aber "So zärtlich war Suleiken" mag ich sehr.

32. Die Glut, Sándor Márai
Habe nach diesem noch andere von ihm gelesen und alle für ausgezeichnet befunden. Ein bürgerlicher Konservativer mit großem Sprachgefühl und Begabung.

33. Homo faber, Max Frisch

34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny
Das beste von Nadolny. Der inhaltliche Nachfolger Ich und Er ist deutlich schwächer.

35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera
Tolles Buch. Der Film ist schon allein wegen Juliette Binoche unbedingt sehenswert.

36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez

37. Owen Meany, John Irving

Hatte mal eine Phase ind er ich viel von ihm las. Aber der dauernde Reigen aus Ringen, Eheproblemen, Sex und Schweiß wird auf Dauer etwas eintönig. Große Literaten schaffen das aus einem begrenzten Repertoire, ich denke da nur an Philip Roth.

38. Sofies Welt, Jostein Gaarder

Wunderbares Kinderbuch.

39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams
Vorgenommen, schon weil S. es mir immer empfohlen hatte.

40. Die Wand, Marlen Haushofer

41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving

42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez

43. Der Stechlin, Theodor Fontane

44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse

45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee

46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann

47. Der Laden, Erwin Strittmatter

48. Die Blechtrommel, Günter Grass

49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque

50. Der Schwarm, Frank Schätzing

51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks

52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling

53. Momo, Michael Ende

54. Jahrestage, Uwe Johnson

55. Traumfänger, Marlo Morgan

56. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger
Das Buch ist wirklich so wichtig, wie immer gesagt wird. Denn man fühlt sich verstanden. Aber mann solte es schon so mit 15, 16 lesen. Das gilt natürlich mindestens genauso für den den (Entschuldigung, bisschen platt) Ost-Salinger, Ulrich Plenzdorf: gelesen und geliebt.

57. Sakrileg, Dan Brown

58. Krabat, Otfried Preußler

59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren
Muss man als Kind kennen. Und wird man lieben.

60. Wüstenblume, Waris Dirie

61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro

62. Hannahs Töchter, Marianne Fredriksson

War nichtmal so schlecht. Weiß nicht, warum ich das gelesen habe.

63. Mittsommermord, Henning Mankell

64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell

65. Das Hotel New Hampshire, John Irving

66. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi
Ganz große Literatur. Echt. Kaum zu glauben, aber wahr.

67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse
68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher

69. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling

70. Tagebuch, Anne Frank

71. Salz auf unserer Haut, Benoîte Groult

72. Jauche und Levkojen , Christine Brückner

73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen

74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann

75. Was ich liebte, Siri Hustvedt
Das fand ich sehr beeindruckend. Am Ende bleibt nur die Erinnerung, das einzige Paradies aus dem wir nicht vertrieben werden können.

76. Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers

77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé

78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt

79. Winnetou, Karl May
Klar, mit vielleicht 10 gelesen.

80. Désirée, Annemarie Selinko

81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig

82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving

83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë



84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern

85. 1984, George Orwell

86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy
Peinlich fast. Aber ja, hab ich gelesen. Auf einem fürchterlichen Ökohof irgendwo in Brandenburg, und ich hatte alles andere fertig gelesen...


87. Paula, Isabel Allende

88. Solange du da bist, Marc Levy

89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johanns Mario Simmel

90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho

91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell

92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow

93. Schachnovelle, Stefan Zweig

94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski

95. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi

96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski

97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas

98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel

99. Jane Eyre, Charlotte Brontë

100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood
Insgesamt eine eher seltsame Liste. Wo sind die ganzen amerikanischen Erzähler, Yates, Ford, Carver, Munro, etc. Die deutschen oder russischen Klassiker sind rar vertreten, dafür viel Triviales aus eminer Sicht...

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Kim Jon Il als DJ

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via http://kimjongildroppingthebass.tumblr.com/
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Kürzlich, beim Radfahrn...

26. März 2012 Gepostet von Unknown 0 Kommentare

gefunden auf kress.de
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21. März 2012 Gepostet von Unknown 0 Kommentare


Wie der Vater, so der Sohn: Kim Jong Un inspiziert die geplante Baustelle des Pjöngjang-Volksparks. Er trägt dabei das gleiche Jackenmodell wie sein Vater Kim Jong Il.> ZEIT ONLINE
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Rad fahrn

19. März 2012 Gepostet von Unknown 1 Kommentare

Ob echt oder nicht, ist es auf jeden fall atemberauben. toll.
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Leipzig

Wer wird Theater-Chef in Leipzig?

8. März 2012 Gepostet von Unknown 0 Kommentare

fragt  DIE WELT. Offenbar wechseln im nächsten Jahr in einigen Theatern die Intendanten - Spitzen-Aussichten für Leipzig, wenn sich Hartmann verabschiedet - wenn gleich an fünf wichtigen Häusern neue Intendanten beginnen.

Fünfmal wird ein neues Ensemble unter neuen Regisseuren versuchen, in Hamburg, Stuttgart, Köln, Berlin und Leipzig den Zauber des Anfangs zu entfesseln.

Es ist allerdings ein Rennen mit höchst unterschiedlichen Startvoraussetzungen, denn zwei der Mitlaufenden sind noch gar nicht aufgestellt: Während in Hamburg, Stuttgart und Köln schon seit dem vorigen Jahr klar ist, dass dort Karin Beier, Armin Petras und Stefan Bachmann Intendanten werden, ist die Politik in Berlin und Leipzig immer noch auf der Suche nach geeigneten Kandidaten. Ein klarer Nachteil für diejenigen, die das Amt schließlich antreten. Denn weil die Chefs der drei wesentlich größeren Häuser bereits seit einem Jahr Ensembles casten und Regisseure verpflichten, werden die noch nicht Nominierten für die Hauptstadt und Sachsen nur noch auf einem schon reichlich abgegrasten Markt einkaufen können.

Sowohl das Berliner Maxim-Gorki-Theater als auch das Leipziger Schauspiel gelten ohnehin als schwer vermittelbare Immobilien. Ersteres, weil es chronisch unterfinanziert ist. Letzteres, weil man den Leipzigern nachsagt, ihre traditionell wenig ausgeprägte Lust auf Theater sei während der Amtszeit des Publikumsschrecks Sebastian Hartmann komplett erloschen.

In Berlin muss die Verzweiflung nach der kurzfristigen Kündigung von Armin Petras Mitte 2011 deshalb groß gewesen sein. Angeblich hatte man Frank Castorf, dem Dinosaurier der Volksbühne, angeboten, das verwaiste Gorki einfach auch noch zu übernehmen. Interessant daran ist, dass über Castorfs erst kürzlich verkündete Amtszeitverlängerung bis 2016 offenbar schon lange entschieden war.

Die Gerüchteküche sieht zumindest für Berlin zwei der wichtigsten Regisseure der letzten Jahre vorne. Die Entscheidung werde wohl zwischen Herbert Fritsch und Nicolas Stemann fallen, simste es vorige Woche durch Deutschland. Merkwürdigerweise traut man diesen beiden erfahrenen Theaterleuten aber offenbar nicht zu, den Job ohne dramaturgische und organisatorische Köpfe als Aufpasser zu bewältigen: Fritsch werde im Duo mit Tom Stromberg antreten, Stemann mit Bernd Stegemann, glaubt der Klatsch zu wissen.

Zumindest die erste Tatarenmeldung ist schon teilweise dementiert. Herbert Fritsch wirkt glaubhaft entgeistert, als er mit der Fama konfrontiert wurde, Tom Stromberg sei sein möglicher Partner. Zwar habe es ein kurzes Gespräch mit dem Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz gegeben, bestätigte Fritsch der "Welt" - aber ohne Stromberg.

Fritsch kann gelassen bleiben. Er ist angeblich auch für Leipzig im Rennen. Dort hat er einmal inszeniert - seine Bühnenfassung von Louis de Funès' "Oscar" gehörte zu den erfolgreicheren Aufführungen in Hartmanns Intendantenzeiten. Die Tatsache, dass Hasko Weber, der von Stuttgart aus unbedingt zurück in den Osten wollte, sich für Weimar entschieden hat, statt ins viel größere Leipzig zu gehen, wo man ihn angeblich auch wollte, war für die Leipziger die erste herbe Niederlage. Nun sind - neben dem hier ebenfalls genannten Latchinian - auch noch die Dramaturgen Jens Groß und Robert Koall (beide vom Schauspiel Dresden) auf der Liste der Gerüchteküche. Bis Mai will Schmitz in Berlin einen Kandidaten präsentieren, länger kann auch Leipzig nicht warten.

Ich habe den Namen Petras auch schon mal für Leipzig gehört, genauso aber auch schon den des offenbar sehr rührigen Dresdner Intendanten Wilfried Schulz.

Nachdem ich vor drei Jahren den Wechsel zu Hartmann sehr begrüßt habe, im Großen und Ganzen zufrieden war - das schließt aber auch das Verlassen einiger Vorstellungen wegen akutem Unverständnis ein - und es eigentlich schade finde, dass Hartmann gehen will, bin ich nun sehr gespannt. Bis Ende März ist vielleicht noch Zeit, danach sollten nicht mehr nur Gerüchte kursieren.

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Geschichte Rezension Rußland

Gelesen: Timothy Snyder: bloodlands - Europa zwischen Hitler und Stalin
Drei Tragödien bestimmen die Geschichte Europas

1. März 2012 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Drei Tragödien bestimmen die Geschichte Europas 

Normalerweise ernten wissenschaftliche Werke selten diejenige Aufmerksamkeit der nichtakademischen Welt, die ihnen ob des Inhaltes zustehen müsste. Das aktuelle Buch »Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin« des amerikanischen Historikers Timothy Snyder stellt hier sicherlich eine Ausnahme dar, wurde es doch gerade in Deutschland auch in den großen Feuilletons intensiv diskutiert. Und nach seiner Nominierung für den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ist ihm wohl erneut größere Aufmerksamkeit sicher. Warum das? Snyder untersucht in "Bloodlands" drei miteinander eng verknüpfte geschichtliche Tragödien, die selten so zusammengebracht werden: Stalins Terrorkampagnen, den Holocaust und den Hungerkrieg gegen Kriegsgefangene und die nichtjüdische Bevölkerung. Diese großen menschlichen Tragödien fanden in einem relativ eng begrenzten Raum statt: im Osten des 1920 neu gegründeten Königreichs Polen und im Westen der Sowjetunion, vor allem in Weißrussland und der Ukraine. Diese Gebiete sind fast deckungsgleich mit dem damaligen jüdischen Siedlungsgebiet in Polen und der Sowjetunion. Auf diesem relativ kleinen Territorium starben in den Jahren von ca. 1930 bis 1945 nahezu 14 Millionen Menschen, nicht in kriegerischen Auseinandersetzungen, sondern weil über ihren Tod „entschieden“ wurde. Sie verhungerten, wurden vergast oder erschossen. Snyder eröffnet somit einen neuen Blick auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts, einen Blick, in dem sich erschließt, dass vor dem Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion Stalin dort bereits Millionen Menschen getötet hatte- außerhalb eines Krieges, während des „Großen Terrors“ der Jahre 1937/1938 und in den unvorstellbaren Hungertragödien in der Kornkammer Europas, der Ukraine. Seit dem Sputnik-Verbot 1988, in dem erstmals aus den durch Gorbatschow geöffneten Archiven der Geheimpakt zwischen Hitler und Stalin bekannter wurde, ist es ein immer noch oft vergessener Aspekt, dass Polen von den Nazis und der Roten Armee in einer parallelen Aktion angegriffen wurde. Diese neue Akzentuierung ist wichtig, da es oft vergessen wird in unserer Erinnerung. In den 30er Jahren begann Stalins gigantische Landwirtschaftsumwälzung, die in einen „Krieg“ gegen die sogenannten Kulaken gipfelte. Dieser „Krieg“ wandelte sich aber schnell zu einem Krieg gegen die Landbevölkerung, was Ende 1933 zu einer massiven Hungersnot führte. Im selben Jahr kam in Deutschland Hitler an die Macht und begann sein Projekt „Lebensraum im Osten“. Dorthin sollten tausende Deutsche ziehen – dafür sollte zunächst die dort lebende Bevölkerung eliminiert werden. Allein in der Ukraine starben unter Stalin in den 30er Jahren ca. 4 Millionen Menschen durch menschgemachte Hungersnöte. 1931 wurde als Resultat eines unsinnig hohen Abgabesolls über die Hälfte des Weizens aus der Ukraine abtransportiert. Viele Kolchosen konnten ihre Ablieferungsquoten nur erfüllen, indem sie – auf Stalins Befehl – ihr Saatgut abgaben. Das führte im kommenden Jahr zu einer extremen Mangelernte. Selbst die ukrainische KP bat Stalin angesichts der drückenden Probleme um Aufschub: Fehlendes Saatgut, späte Aussaat, schlechtes Wetter, zu wenig Maschinen, Chaos von der letzten Phase der Kollektivierung Ende 1931 und hungrige Bauern, die nicht mehr arbeiten konnten. Doch Stalin sah in diesen Problemen nur den Erfolg von Saboteuren. Entsprechend mussten die Menschen leiden. Snyders Analyse zeigt, dass Stalin sehr wohl wusste, was in dieser Zeit in der Ukraine geschah, er beschreibt unvorstellbar grausame Szenen, selbst die eigentlich unbeschreiblichen Szenarien des Kannibalismus, in den die verzweifelten Menschen getrieben wurden. Eine Frau aus Charkow erzählt: „Eines Tages waren die Kinder plötzlich still, wir drehten uns um, um zu sehen, was los war, und sie aßen das kleinste Kind, den kleinen Petrus. Sie rissen ihm Fleischfetzen ab und aßen sie.“ Dann kamen die Nazis. Bevor in den Gaskammern von Auschwitz ab 1943 Millionen Juden vergast wurden, hatten die sog. Einsatzgruppen der Nazis bereits hinter der Front gewütet. Sie zogen von Dorf zu Dorf, mordeten, erschossen, und warfen die Leichen in Massengräber. Fast alle polnischen Juden waren ihnen zum Opfer gefallen. Das bedeutet, dass ca. die Hälfte der Morde an der jüdischen Bevölkerung bereits vor dem industriellen Massenmord in den Tötungslagern Auschwitz, Bergen-Belsen und Treblinka stattfand. Snyder verweist darauf, dass die Juden 1933 etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung ausgemacht hatten, von denen vielen noch in den ersten Jahren der faschistischen Terrorherrschaft die Flucht gelang. Anders in den „bloodlands“, wo der Großteil der europäischen Juden lebte: Vier der sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden stammten aus dieser Region. Auch die anderen zwei Millionen, darunter 165.000 der in Deutschland verbliebenen deutschen Juden, wurden zu ihrer Ermordung in die Todeslager der „bloodlands“ gebracht. Die dritte grausame Methode, die Millionen in diesem Gebiet das Leben kostete, war die primitive Methode des Aushungerns. Allein ca. drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene starben in Kriegsgefangenenlagern auf polnischem Territorium an Hunger. Zudem zeigt Snyder den dramatischen Verlust für Polen auf, denn neben den von Stalin angeordneten Massenerschießungen von Katyn, denen Tausende polnische Offiziere zum Opfer fielen, ermordeten die Nazis mindestens zehnmal so viele polnische Offiziere, Akademiker und Hochgebildete. Die unfassbaren Zahlen der Opfer aller drei Verbrechen, mit denen Snyder in seinem Buch argumentiert, sind nicht neu. Aber die Verbrechen in dieser Form neu zusammen zu bringen, sie zusammen zu denken und damit die „bloodlands“ als Raum sichtbar zu machen – darin besteht das große Verdienst der gut lesbaren Analyse von Snyder. Das gemeinsame Sichtbarmachen der ukrainischen Hungersnot, des Holocaust, Stalins Massenerschießungen, des kalkulierten Hungertodes sowjetischer Kriegsgefangener, der ethnischen Säuberungen eröffnet eine neue Perspektive und weckt ein tieferes Verständnis für diese Schreckensgeschichte. Und sei daher jedem zur Lektüre nahegelegt:

Menr hier
http://www.guardian.co.uk/books/2010/oct/09/bloodlands-stalin-timothy-snyder-review http://www.nybooks.com/articles/archives/2010/nov/11/worst-madness/ http://www.thenation.com/article/156518/between-hitler-and-stalin?page=0,2
http://www.eurozine.com/articles/2010-02-18-snyder-de.html

Sehr interessantes Interview mit Timothy Snydeer im Standard hier
http://derstandard.at/1291454186902/Interview-Nicht-die-Nazis-durch-die-Sowjets-erklaeren
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