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Notizen aus Leipzig

Leipzig Theater

Peter Licht in der Skala

28. Juli 2008 Gepostet von Unknown 2 Kommentare
Der neue Intendant Sebastian Hartmann hat offenbar nicht nur geredet. Am 19. September ist Peter Lichtmit einem Lesekonzert zu Gast in der Skala, Leipzig. Wunderbar. Wer sich erinnern mag, zum Krautgarden-Festival im Rahmen der Buchmesse 2008 war sein Lesekonzert ja wohl mehr als überbesucht. Ich musste mich damals leider zurückziehen, da der Genuß einiger kleiner Flaschen Bier seinen Tribut verlangte. Ich verließ also die gemütliche Künstler-WG in der Spinnerei, nachdem ich sogar die langweilige Lesung eines Thomas Pletzinger überstanden hatte. (Sein Debüt wird aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen überaus gelobt.) Egal. Die Menschen standen jedenfalls dicht an dicht und an ein Zurückkehren war nicht zu denken. Naja. Peter Licht war also für mich nicht zu sehen. Vielen Dank also an Sebastian Hartmann, dass er - wie angekündigt - die neue Skala (und alte Neue Szene) auch als Konzert-Standort etablieren will.

Die neue Webseite des Theaters bietet leider noch keinen Informationen, sieht aber erst mal spannend aus.
Zemanta Pixie
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Buch Buchmesse Leipzig Lesen Sprache

Gabelstaplermeer: das neue von Clemens Meyer

17. Juli 2008 Gepostet von Unknown 2 Kommentare
Gerade als er in seiner gewohnt schnoddrigen Art und mit unverkennbarem Dialekt auf die Frage antwortete, was der Satz - die Erzählungen leuchten - im Klappentext des Buches zu bedeuten habe, tauchte der Engel auf. Ein Mann mit zwei überdimensional großen Engelsflügeln hatte wohl das Interesse an den Comics in Halle 3 verloren und versuchte zuzuhören. Ein gewagtes Vorhaben mit seinen ca. 2 Meter hohen Engelsflügeln. Aber irgendwie passend. Meyer tat die Frage nach dem Leuchten ab.

Das zweite Buch ist das schwierigste, und nach seinem grandiosen Debüt Als wir träumten lag die Latte hoch. Doch Meyer hat diese mit Bravour gemeistert. Das er den Preis der Leipziger Buchmesse gewann, ist daher nur konsequent. Mit Die Stadt. Die Lichter hat er ein Buch vorgelegt, das in bester Tradition steht. Man kann an den großartigen Story-Schreiber Raymond Carver denken, aber auch Hemingway ist präsent, und das bis zum Titel der Geschichten. Denn Meyer hat in einer wundervollen, schnörkellosen Sprache spannende Figuren vorgestellt. Die Geschichten beginnen und enden wie ein Faustschlag - niemand wird langatmig vorgestellt, der Autor führt mitten in den Augenblick. Damit erhalten sie eine Dynamik, die ihresgleichen sucht.
Eine gute Kurzgeschichte bietet Stoff für einen Roman, denn mit dem Ende geht die Geschichte im Kopf weiter.

Etwa wenn er die zarte Liebesgeschichte in den riesigen Gängen des Großmarktes beschreibt, deren Mann - „früher ‚n netter Kerl“ war, „aber seit er arbeitslos ist, ist er ‚n ziemliches Arschloch“. Warum Marion dann ein paar Wochen nicht kommt, warum sich der alte Meister aufhängt, bleibt offen. Damit bleiben Lücken, die Raum für den „Roman im Kopf“ bieten.
Jede einzelne steht für sich, aber alle zusammen lesen sich wie ein Roman, so schätzt Meyer sein Buch selbst ein. Bindeglied ist aber nicht das Scheitern der Helden, sondern eher der Blick. Hier hat jemand - und das wurde auch schon beim Erstling hervorgehoben - tatsächlich nicht nur Betroffenheitslyrik zu bieten, siondern erzählt aus dem Leben.
Und da passt dann auch, dass das Ende der Geschichte „Von Hunden und Pferden“ mit einem letzten Satz einiges umwirft. Das kann man nicht vorwerfen, denn das Leben spielt mitunter so zu. Entschädigt wird man dann vom Rauschen der Gabelstaplerhydraulik, es geht also auch fast romantisch.
Unbedingt lesenswert.
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Kunst Leipzig

Octopied Building

16. Juli 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare


Tolle Installation. Die würde sich z.B am Felsenkeller richtig gut machen.
octopied building by *FilthyLuker on deviantARToctopied building by *FilthyLuker on deviantART
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Großes Kino - Theater Titanick auf dem Markt

14. Juli 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Ganz großes Kino war am Freitag Abend die Aufführung des Theaters Titanick auf dem Markt. Vor der Kulisse des Alten Rathauses gab es, ich sage mal eine Odyssee-Inszenierung. Hat mir gut gefallen, war eher Spektakel denn Theater.

Es floß viel Blut und Wasser und Schweiß. Dazu flogen die Obststücken nur so.

Viele Fotos gibt es auf Leipzig:Live

Obwohl Titanick ein Leipziger Theater ist, machen sie sich hier sehr rar, was schade ist. Ich glaube die Unterstützung durch die Stadt hält sich sehr in Grenzen. Daher kann man wohl der bekannten Biermarke aus der Region dankbar sein, dass sie das ermöglicht hat. Lediglich auf den Moderator der Biermarke sollte nächstens verzichtet werden.
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Alfred Grosser Gesellschaft Jürgen Habermas Lesen Rheinischer Merkur

Wer ist das Volk?

11. Juli 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Location map: Germany (dark green) / European ...Image via WikipediaWer ist das Volk? fragt der Rheinische Merkur.
Der Philosoph Jürgen Habermas fordert nach dem Nein der Iren ein europäisches Referendum. Er überschätzt die Weisheit der vielen und unterschätzt das bisher Geleistete, kontert Alfred Grosser.
" Uoooh. Ganz harte Kämpfe werden hier ausgefochten. Der konservativ-revolutionäre Grosser gegen den Ex-Linken, halb zurück säkularisierten Habermas, (den ich aber noch immer schätze. Auch wenn er m.E. teilweise zu "deutsch" verquast schreibt.,)
Zemanta Pixie
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Fußball (nebst Abart und Ausartung)

9. Juli 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Der Fußballwahn ist eine Krank-
Heit, aber selten, Gott sei Dank.
Ich kenne wen, der litt akut
An Fußballwahn und Fußballwut.
Sowie er einen Gegenstand
In Kugelform und ähnlich fand,
So trat er zu und stieß mit Kraft
Ihn in die bunte Nachbarschaft.
Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel,
Ein Käse, Globus oder Igel,
Ein Krug, ein Schmuckwerk am Altar,
Ein Kegelball, ein Kissen war,
Und wem der Gegenstand gehörte,
Das war etwas, was ihn nicht störte.
Bald trieb er eine Schweineblase,
Bald steife Hüte durch die Straße.
Dann wieder mit geübtem Schwung
Stieß er den Fuß in Pferdedung.
Mit Schwamm und Seife trieb er Sport.
Die Lampenkuppel brach sofort.
Das Nachtgeschirr flog zielbewußt
Der Tante Berta an die Brust.
Kein Abwehrmittel wollte nützen,
Nicht Stacheldraht in Stiefelspitzen,
Noch Puffer außen angebracht.
Er siegte immer, 0 zu 8.
Und übte weiter frisch, fromm, frei
Mit Totenkopf und Straußenei.
Erschreckt durch seine wilden Stöße,
Gab man ihm nie Kartoffelklöße.
Selbst vor dem Podex und den Brüsten
Der Frau ergriff ihn ein Gelüsten,
Was er jedoch als Mann von Stand,
Aus Höflichkeit meist überwand.
Dagegen gab ein Schwartenmagen
Dem Fleischer Anlaß zum Verklagen.
Was beim Gemüsemarkt geschah,
Kommt einer Schlacht bei Leipzig nah.
Da schwirrten Äpfel, Apfelsinen
Durch Publikum wie wilde Bienen.
Da sah man Blutorangen, Zwetschen
An blassen Wangen sich zerquetschen.
Das Eigelb überzog die Leiber,
Ein Fischkorb platzte zwischen Weiber.
Kartoffeln spritzten und Citronen.
Man duckte sich vor den Melonen.
Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse.
Dann donnerten die Kokosnüsse.
Genug! Als alles dies getan,
Griff unser Held zum Größenwahn.
Schon schäkernd mit der U-Bootsmine
Besann er sich auf die Lawine.
Doch als pompöser Fußballstößer
Fand er die Erde noch viel größer.
Er rang mit mancherlei Problemen.
Zunächst: Wie soll man Anlauf nehmen?
Dann schiffte er von dem Balkon
Sich ein in einem Luftballon.
Und blieb von da an in der Luft,
Verschollen. Hat sich selbst verpufft. -
Ich warne euch, ihr Brüder Jahns,
Vor dem Gebrauch des Fußballwahns!

Joachim Ringelnatz (1883-1934)
aus: Joachim Ringelnatzens Turngedichte (1920-1923)


Herrlich.
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John Maynard Keynes Milton Friedman

Der Anti-Keynes

8. Juli 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
1976:  (FILE PHOTO )  Professor Milton Friedma...Image by Getty Images via DaylifeEigentlich ja eine gute Idee des Economist Die Leser des Economist sollen gemeinsam Milton Friedman Kapitalismus und Freiheit lesen. Auch wenn ich die in dem Buch vertretene Thesen nicht teilen kann, Friedman ist Verfechter des unbeschränkten Liberalismus und ist davon überzeugt, daß der freie Markt die gerechteste Verteilung des Volksvermögens gewährleisten kann. Jede staatliche Intervention behindert seiner Auffassung nach den Wettbewerb und führt daher zwangsläufig zu Fehlallokationen(Das sind falsche Zuwendungen). Staatliche Interventionen in gesamtwirtschaftliche Abläufe dürften allein über die Ausweitung oder Einschränkung der Geldmenge erfolgen, nicht einmal - wie heute üblich - über die Höhe des Zinssatzes. Diese Schule des reinen Monetarismus stellt den Gegenpol der von John Maynard Keynes vertretenen Lehre der Nachfragebelebung dar.
Zemanta Pixie
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4. Juli 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Lektüre Juni

Gekauft
Verboten und verbrannt. Deutsche Literatur 12 Jahre unterdrückt. Hrsg. von Richard Drews und Alfred Kantorowicz.
Berlin und München, Ullstein und Kindler, 1947, 1.-60. Tsd., 215 S. 8°. Original-Broschur.

Erste Ausgabe. - Die erste Anthologie mit Kurzbiographien und Textproben exilierter deutscher Schriftsteller. Erste Ausgabe der Original-Broschur mit größeren Gebrauchsspuren. Auf schlechtem Nachkriegspapier.
Mit Beiträgen über J.R. Becher, A. Ehrenstein, O.M. Graf, E. Kästner, Barlach u. Becher bis zu Zweig u. Zuckmayer
Kantorowicz war Organisator und Redner beim 1."Tag des freien Buchs" 1947. Diese Publikation war ein erster Versuch, die Bücherverbrennungen von 1933 im Nachkriegsdeutschland aufzuarbeiten.
[Schlagwörter: Exil; Literaturwissenschaft; Zwanzigstes Jahrhundert (Literatur und Kunst)Nationalsozialismus, Verfolgung]

JEWTUSCHENKO, Jewgeni.
Mit mir ist folgendes geschehen. Gedichte in Russisch und Deutsch. Ausgewählt, eingeleitet und aus dem Russischen übertragen von Franz Leschnitzer.
Berlin Volk und Welt 1963.
166 S. Orig.Ln. mit Orig.SchU.
Erste deutsche Ausgabe. ? Erste war wohl 1962 erschienen.

Tolstoi, Leo N.
Krieg und Frieden Band 1 und 2
Rütten & Loening 1973
S.810, 862 Leinen, SchU, 5. Auflage

Collins, William Wilkie:
John Jagos Geist. Kriminalerzählungen. Nach einer alten Übersetzung bearbeitet. Reihe: "Historische Kriminalromane". Einbandentwurf von Klaus Ensikat. 1. Aufl.,
Berlin: Verlag Das Neue Berlin, 1984.
236 S., 17 cm, Pappband
Fünf Erzählungen, u.a. "John Jagos Geist", "Das Traumweib" und "Die schwarze Hütte". / Sogenannte "Ensikat-Reihe" / Gut erhalten. / 1,16,1
erstmals in den 20er erschienen,Berlin: Schreitersche Verlagsbuchhandlung, Leinen, 280 Seiten

Gelesen
Collins, William Wilkie:
John Jagos Geist. Kriminalerzählungen. Nach einer alten Übersetzung bearbeitet. Reihe: "Historische Kriminalromane". Einbandentwurf von Klaus Ensikat. 1. Aufl.,
Berlin: Verlag Das Neue Berlin, 1984.
Ganz unterhaltsame alte Geschichten, eher Gruselgeschichten.

Blixen, Tania Schicksalsanekdoten
Rowohlt Tb., ISBN 3499154218
Taschenbuch, Erscheinungsjahr 1986,
'Skaebneanekdoter', fünf Erzählungen von Tania Blixen (1885-1962), zuerst erschienen 1955; die englische Ausgabe erschien 1958 unter dem Titel 'Anecdotes of Destiny' im Verlag Michael Joseph Ltd., London. - Tania Blixen heiratete 1914 nach Studien in Kopenhagen, Paris und Rom ihren Vetter, Baron Blixen, und ging mit ihm nach Britisch-Ostafrika auf eine große Kaffeeplantage; 1921 übernahm sie selbst die Bewirtschaftung der Farm, die sie zehn Jahre später aufgeben mußte; seitdem lebte sie in Dänemark; ihre Bücher schrieb sie auf Englisch und Dänisch. Hat mir gut gefallen.

Simenon, Georges (Lüttich 13.2.1902-4.9.1989 Lausanne; belg. Schriftsteller frz. Sprache)
Maigret und die junge Tote
ISBN: 3257205082
Diogenes Verlag
1997

Michael Kraske und Christian Werner
... und morgen das ganze Land.







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