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Notizen aus Leipzig

Pius X. oder Benedikt

30. Oktober 2007 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Papst Pius X. oder vielmehr Joseph Reiter gab 1911 den gewichtigen, 640 Seiten starken und mit einer eindrucksvollen Prägung auf dem Einband versehenen Band "Das dreifache Reich Gottes" heraus. Wenn heute über Ökumene geredet wird und Ratzinger gelegentlich mal auf den Alleinvertretungsanspruch der katholischen Kirche hinweist, wird in diesem Buch deutlich, wieweit entfernt die beiden damals auch in Deutschland noch großen christlichen Kirchen standen. Das sieht heute - bei allen Zwistigkeiten - ganz anders aus. In der "Zeitgemäße Darlegung der katholischen Weltanschauung in Glaubens- und Sittenlehre nach den wichtigsten neuen Rundschreiben und Dekreten Sr. Heiligkeit Papst Pius X. unter Berücksichtigung des katholischen Ordenswesens, der Kirchengeschichte mit zahlreichen Lebensbeschreibungen der Heiligen aus der neuesten Zeit und Darstellung des heiligen Kreuzweges in kunstvoller Ausführung. Reich illustriert mit vielen Kunstbeilagen nach Originalen hervorragender Künstler von Joseph Reiter
Würzburg, Gebrüder Wegmann St. Josephs-Verlags-Anstalt für katholische Schriften Würzburg 1911" findet sich kapitelweise, warum die evangelische Kirche nicht nur keine Kirche ist, sondern vielmehr nur ein loser Haufen Heiden. Zum Teil recht lesenswert.
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Gelesen: Rummelplatz

25. Oktober 2007 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Werner Bräunigs Rummelplatz habe ich hier etwas umfangreicher besprochen. Erschien auch hier Gelesen hatte ich das Buch ja schon im Sommer.
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Gesellschaft Globalisierung Leipzig

Kassensturz: Klassische Geldverteilungen in Sachsen

24. Oktober 2007 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Die Leipziger Internet Zeitung lizzy-online schreibt heute zu den Ausschüttungen aus den sprudelnden Steuermehreinnahmen:
Die Studentenwerke bekommen noch 7 Millionen und die Forschung 2,5 Millionen. Punkt. Fragezeichen. Stutzen: Hat Sachsen nicht ein akutes Problem mit dem notwendigen Lehrpersonal? Oder hat es die Wissenschaftsministerin einfach nicht weitergesagt, dass die Stellenstreichung gerade den "Bologna-Prozess" torpediert?

Sie hat es wohl vergessen. So, wie der Freistaat gern vergisst, Zukunft mitzudenken, wenn er Geld ausgibt. Auch wenn er "Zukunftsvorsorge" sagt. Den 56 Millionen Euro für Straßenbau stehen nur 0,4 Millionen für Radwegebau gegenüber. Und die 6 Millionen für die Kultur fließen allesamt nach Dresden: in Staatsoper, Staatsschauspiel und Landesbühnen. Der ÖPNV bekommt 9 Millionen zusätzlich. Ein kleiner Lichtschimmer in dieser Verteilungsschatulle: Da wird im MDV vielleicht mal eine Fahrpreiserhöhung ausgesetzt werden können. Vielleicht.

Das Gute am Paket: Ein paar Schulen und Kitas können zusätzlich instand gesetzt werden. Das Schlechte: Man sieht keine Initialzündung, keinen Punkt, wo die schwelenden Probleme des Freistaats tatsächlich punktuell angepackt werden. Es ist ein Füllen verschiedener alter und kommender Finanziererungslöcher. Eine Defensiv-Taktik. Die wohl auch ihren Grund hat.


Naja, nichts überraschendes, außer vielleicht der Einbruch bei Steuereinkommen der Stadt Leipzig im selben Zeitraum. Angeblich hat ja TELEKOM konzernintern umgeschichtet - und zahlt eben die Stteuern woanders. Das wären so um die 35 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen für Leipzig. Naja, ich las heute, dass sich Haribo gerade aus Bonn verabscheidet, da werden die dort nicht allzu heftig protestieren. Warum auch.


Nachtrag: Der Leipziger SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Fornahl nannte es am Mittwoch «einen ausgemachten Skandal», dass die Telekom künftig in Leipzig keine Gewerbesteuern mehr zahlen wolle. Fornahl forderte, «die Telekom muss auch künftig Gewerbesteuern in Leipzig zahlen». Was steuerrechtlich möglich sei, sei noch lange nicht moralisch zulässig. Immerhin nutze die Telekom ja auch die Infrastruktur vor Ort. Die Telekom hat seiner Ansicht nach auch bei der steuerlichen Gestaltung eine «gesamtgesellschaftliche Verpflichtung».
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Bibliothek Lesen

Gelesen im September

23. Oktober 2007 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
1. Barbara Victor Beten im Oval Office: Christlicher Fundamentalismus in den USA und die internationale Politik. «Die Mehrheit der Evangelikalen lebt im Bewusstsein, dass das Ende der Welt kommt und Jesus zurückkehrt. Laut der Bibel ist das dann, wenn alles Land Israels in den Händen der Juden ist. Dann ist die Prophezeiung vollendet. Die Gläubigen fahren dann in den Himmel auf, während die Ungläubigen in die Hölle kommen.» Ich hatte mich ja hier schon mal geäußert. Besprechung auch im Dradio

2. Alvaro Cunqueiro Die Chroniken des Kantors:
Eine äußerst lebhafte Gesellschaft ist es, die den Kantor und Bombardinspieler Charles Anne Guenole Mathieu de Crozon in ihrer Kutsche zu einer Beerdigung abholt. Merkwürdig nur, daß sie dann die frische Leiche als ihresgleichen begrüßen. Hurtig geht es über die Wege einer von Revolutionsliedern widerhallenden Bretagne, worin das Licht der Aufklärung alle Gespenster der alten Welt mitsamt ihren schönsten Reizen und Rätseln zum - seinerseits nicht unangefochtenen - Teufel schicken möchte. Der Kantor aber und seine fröhliche Horde genußsüchtiger Toter besichtigen nicht ohne Wehmut ihre Welt in Ruinen.

3. Paul Auster Oracle Night - Auster eben. Ganz groß.

4. Nick Hornby. All you can read – Bücher, die ich kaufe – Bücher, die ich lese. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007

Wie schon im ersten Teil werden hier nochmal die Kolumnen der amerikanischen Literaturzeitschrift The Believer verwendet. Das ist okay. Beschrieben werden in vierzehn Kapiteln Bücher aus verschiedenen Literaturgenres. Zu Beginn jedes Kapitels gibt es eine Liste der im Vormonat gekauften und gelesenen Titel. Beim letzten Mal war ich überzeugt, habe mir einige Empfehlungen zugelegt, diesmal ist das nicht der Fall. Und es sind natürlich auschließlich englische und amerikanische Bücher. Auschließlich! Ich glaube, da entgeht ihm einiges, aber es zeigt mal wieder die Zentriertheit ihres Weltbildes.

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Politik

Gepostet von Unknown 0 Kommentare
"Die Tragödie des Determinismus: politisches Handeln des Menschen ist hoffnungsloser Versuch, gegen ein "Muß" anzukämpfen", schreibt Hans Mayer in seiner Büchner Biographie (Berlin, 1947).
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