gamat72

Notizen aus Leipzig

Gelesen Primo Levi Wann, wenn nicht jetzt?

11. April 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Primo Levi, jüdischer Schriftsteller und Auschwitz-Überlebender, hat die Erfahrungen jüdischer Partisanen im 2. Weltkrieg in dem Roman ?Wann, wenn nicht jetzt?, etwas aufgepeppt, verarbeiztet. Herausgekommen ist ein ambivalentes Werk. Es ist wohl DER Roman über jüdische Partisanen im 2. Weltkrieg, ließ sich etwas schleppend an, hat aber dann doch noch zugelegt. Aber ich glaube ohne die Bedeutung des Themas würde der Roman wohl nicht mehr aufgelegt werden. Die Erzählung ist sehr konservativ und linear, fast langweilig. Das Ende, die geglückte Flucht, ist aufgrund des historischen Wissens von Anfang an klar, was es natürlich nicht leicht macht. Ich habe das Buch trotzdem bis zum Ende gelesen. Der meist zitierte Satz ist wohl, ?Geboren, ausgestoßen. Russland hat uns empfangen, hat uns genährt und in einem Dunkel wachsen lassen wie in einem Mutterleib. Dann haben die Wehen eingesetzt, der Leib hat sich in Krämpfen zusammengezogen und uns ausgestoßen, und jetzt sind wir hier, nackt und frisch wie neugeborene Kinder."Das greift Paul Spiegel in einem lesenswertem Artikel über russische Einwanderer auf. Aber alles in allem hätte ich mir von dem Buch mehr versprochen. Lese ich jetzt noch mal Ist das ein Mensch?

Levi, Primo, Pseudonym Damiano Malabaila, wurde am 31. Juli 1919 in Turin geboren, wo er Chemie studierte. Nach 1941 arbeitete er für zunächst zwei Jahre als Industriechemiker in Mailand. 1943 schloss sich Levi einer jüdischen Widerstandsgruppe an, die gegen die deutschen Truppen in Norditalien kämpfte. Er wurde gefangen genommen und ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Als Laborkraft in Auschwitz-Monowitz gelang es ihm als Häftling Nr. 174517 zu überleben, nicht zuletzt, weil ihm ein italienischer Zivilarbeiter Teile seiner täglichen Essensration abgab. 1945 wurde er von den Alliierten befreit und kehrte nach einer traumatischen Irrfahrt schließlich nach Italien zurück. Von 1947 bis 1974 war Levi wieder als Chemiker für die Industrie tätig. In seinen späten Lebensjahren widmete er sich ganz dem Schreiben. Levi beging am 11. April 1987 in seinem Geburtshaus in Turin Selbstmord. Mehr hier
Share:

Unknown
Liest gern und viel und schreibt auch darüber.

0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Neuerer Post Älterer Post Startseite
Abonnieren Kommentare zum Post ( Atom )
  • Impressum

Popular Posts

  • 13.700 Quadratmeter mehr Platz für Deutsche Bücherei in Leipzig
    13.700 Quadratmeter mehr Platz für Deutsche Bücherei in Leipzig schreibt das Börsenblatt Danach erhält die Deutsche Bücherei in Leipzig für...
  • Neuer Europa Verlag in Leipzig
    Der Europa Verlag wurde 1933 als Emigrantenverlag von E. Oprecht in Zürich gegründet, hatte ab 1946 seinen Sitz in Zürich und Wien, ab 1953 ...
  • Leipziger Universalgelehrter: Johann Adam Bergk
    Wenn sie nicht so teuer wären, würde ich mich gern mal in die Schriften dieses klugen, wohl etwas streitsüchtigen Kopfes vertiefen. Johann A...
  • Salinger bleibt verboten
    In einer großartigen Videoserie werden auf arte von Bücher vorgstellt. Bücher mit großem Einfluss.  Der Fänger im Roggen  von J.D. Salinge...
  • Keine Illusionen
    "Miss Lonelyhearts" als Spiegel des Amerikas der Depression Erstmals 1933 erschienen, bleibt der Roman "Miss Lonelyheart...
  • Das beste Musikvideo der Welt
    Hier hnat jemand ganze Arbeit geleistet. Vielen Dank. via Jan Terri – A True American Treasure [Best Video Ever Made] — HearYa - Indie Mus...
  • Gelesen: Juli Zeh Schilf
    Image via Wikipedia Der nun mittlerweile gar nicht mehr so neue Rom,an von Juli Zeh - Schilf lässt mich mit, nunja, gespaltener Meinung zu...
  • Lektüreliste 2016
    Jedes Jahr nehme ich mir vor, diese Liste etwas ordentlicher zu pflegen... Also wieder weitestgehend aus dem Gedächtnis meine Lektüre 2016....
  • Kinowelt verlässt offenbar Leipzig
    Seit der Übernahme der Leipziger Kinowelt durch StudioCanal rissen Spekulationen um einen Wegzug des Independents aus Leipzig nicht ab - nun...
  • Primärer Kotzer und Spucker - Die sensationelle Neu-Übersetzung der "Reise ans Ende der Nacht" zeigt den frühen Louis-Ferdinand Céline frischer, zupackender, echter denn je : literaturkritik.de
    Primärer Kotzer und Spucker - Die sensationelle Neu-Übersetzung der "Reise ans Ende der Nacht" zeigt den frühen Louis-Ferdinand Cé...

TAGS

Leipzig Buch Lesen Musik Geschichte Literatur Rezension Bibliothek Gesellschaft Sehenswert YouTube Fotografie Motorrad Kunst Mopped Leben Theater 20. Jahrhundert Architektur Kultur Buchmesse Film Tod Listen Zeitung 2.WK Dresden Galerie Kino Konzert Rußland Verlage Video Wissenschaft 19.Jahrhundert Bahn Blog Demographie Drucke Fahrad Faschismus Globalisierung Kneipe Mafia Sprache USA Web2.0 Zukunft 60s Beatles Berlin CalvinHobbes Drogen Internet Juli Zeh Lesung München Wohnen nato 21. Jahrhundert Alfred Grosser Arnold Zweig Basel Bayern Burma Comic Datenschutz Gedicht HansStruck Indie Interview Islam John Maynard Keynes Jürgen Habermas Kim Yong-Un Klang Lithographie Lyrik Magazin Medien Nick Hornby Nordkorea Otto Flake Paulinum Philosophie Reise Religion Rheinischer Merkur StveMcQueen TV Umwelt Urlaub Warschau Wissen Zyklon

Archiv

Powered by Blogger.

Wird geladen...

gamat72

gamat72

Lesenswert

  • http://leipzigblogs.de
  • Leipzig Bilder

Labels

Leipzig ( 77 ) Buch ( 73 ) Lesen ( 44 ) Geschichte ( 25 ) Rezension ( 21 ) Bibliothek ( 16 ) Gesellschaft ( 16 ) Motorrad ( 13 ) 20. Jahrhundert ( 7 ) Kultur ( 7 ) Konzert ( 4 ) 19.Jahrhundert ( 3 ) 21. Jahrhundert ( 1 )
© 2016 gamat72 | All rights reserved
Created By Responsive Blogger Templates | Distributed By Blogger Templates20