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Notizen aus Leipzig

Schnarchiges Dresden in der Berliner Zeitung

26. August 2011 Gepostet von Unknown 1 Kommentare
Die Berliner Zeitungwirft in der gut geschriebenen Rubrik "Städtereisen" einen gtewitzen, kritischen Blick aufs "schnarchige" Dresden. Über die "Eventkirche" im Disneystil im Stadtzentrum heißt es

Die älteren Herrschaften, sagt sie, fänden die wiederaufgebaute Frauenkirche immer einfach nur – toll! Weil sie nicht unbedingt damit gerechnet haben, sie so noch einmal sehen zu können in ihrem Leben. Die barocke Kirche mit der hohen steinernen Kuppel war im Februar 1945 beim Bombardement Dresdens ausgebrannt und eingestürzt, die Reste der Außenwände wurden mitsamt des überwucherten Trümmerberges zum Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung – was, wie viele glaubten, nachdrücklicher in der Wirkung sei als ihr Wiederaufbau, der 1990 beschlossen wurde.
Die andere Hälfte, erzählt Fräulein Kerstin, also die Kulturtouristen, die Städtereisenden, die sieht diese Rekonstruktion aus Ruinen mit etwas anderen Augen. Wer beispielsweise den Barock in seiner morbiden Form in Italien lieben gelernt hat, der kommt hier unter Umständen raus und findet, was er drinnen gesehen hat, irgendwie, pardon, kitschig. Fräulein Kerstin sagt: „Ich dachte auch erst: Was für eine Bonbondose!“


Bin ja mal gespannt, ob die zutreffende Einschätzung "Man hat ja Zeit hier. Bis dahin kann man sich noch überlegen, wie man mit der Moderne umgeht. Und ob man sie auf dem Areal der Altstadt weiterhin verstecken muss hinter „historisch detailgetreu errichteten Fassaden“, wie die Bauträger werben. Acht Quartiere sind an der Frauenkirche neu entstanden, zwischen den Höfen liegen gesichtslose, edel gemeinte Passagen mit Glas, Stahl und poliertem Stein." empörte Kommentare hervorruft. Ich hab mir das ja auch schon mal angeschaut, und fand insbesondere die Kirche fürchterlich...
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Unter Hochdruck in Leipzig

24. August 2011 Gepostet von Unknown 0 Kommentare

Klingt interessant, die Ankündigung des Design Boten. Ab dem 26. August 2011 bis zum bis 30. Oktober 2011 zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig mit der neuen Sonderausstellung »Künstlerische Positionen im Hochdruck« die Vielfalt künstlerischer Handschriften im Hochdruck heute. Die Ausstellung findet im Rahmen des Kooperationsprojektes »Hochdruck in Leipzig 2011« statt. Mit Werken von mehr als 30 nationalen und internationalen Künstlern gibt
die Ausstellung einen Einblick in verschiedene künstlerische Positionen
der letzten 20 Jahre. räsentiert werden Arbeiten u.a. von Brian Curling, Christine Ebersbach,
Johannes Eckardt, Patrick Fauck, Per Kirkeby, Sylvie Ringer, Christoph
Ruckhäberle, Jan Vičar, Frank Wahle, Georges Wenger, Robert Würth und
Uta Zaumseil.


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Berlin Demographie Gesellschaft

Eine deutsche Straße im Wandel

22. August 2011 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Einen großartigen Fotoessay biete die GEO 10/10. Eine deutsche Straße im Wandel zeigt Fotos der Berliner Hufelandstraße 1987 und heute: Was ist zusammengewachsen, was getrennt geblieben? Ein Ostberliner Fotograf hat deren Bewohner kurz vor der Wende porträtiert - und ist nun noch einmal zurückgekehrt. Und er ist schockiert

.. es scheint, als hätte eine große Welle alles weggespült, was einmal die Substanz der Straße war.
Zu Ostzeiten, sagt Zimmermann, habe er darunter gelitten, dass der Krieg an jeder Ecke noch sichtbar gewesen sei. Heute irritiere es ihn, dass er gar keine Geschichte mehr sehe. Natürlich sei er froh, dass die Häuser erhalten geblieben sind, doch komme ihm seine alte Straße heute vor, "als habe jemand die Neustart-Taste gedrückt".


Als Gentrification pur beschreibt es das gentrificationblog.

Angestoßen von öffentlichen Anreizen direkter Fördermittel und Steuererleichterungen in der Höhe von insgesamt 1 Mrd. Euro wurden mehr als 80 Prozent der sanierungsbedürftigen Wohnungen modernisiert. Die Viertel hier zählen heute zu den attraktivsten der Stadt. Neuvermietungsmieten und Kaufpreise von Eigentumswohnungen erreichen Berliner Spitzenwerte. Sozialstudien in den mittlerweile entlassenen Sanierungsgebieten zeigen, dass nur noch knapp 20 Prozent der früheren Bewohner/innen in den Nachbarschaften leben. Eine hohe Mobilität allein ist noch kein hinreichender Hinweis auf eine Gentrification. Doch in Prenzlauer Berg hat sich eine wanderungsinduzierte Neuzusammensetzung der Sozialstruktur vollzogen. Die soziale Mischung zu Beginn der 1990er Jahre hat sich in eine weitgehend homogene Bevölkerungsstruktur aufgelöst. Die traditionellen A-Gruppen wie Alleinerziehende, Alte, Arme und Arbeiterfamilien sind fast völlig aus den Gebieten verschwunden – dafür sind mit den Architekt/innen, Anwält/innen und anderen Akademiker/innen neue A-Gruppen eingezogen. Die Durchschnittseinkommen des Bezirks haben sich im Vergleich zum städtischen Durchschnitt von 70 Prozent (1993) auf 140 Prozent (2008) erhöht. Der Anteil von Akademiker/innen hat sich mehr als verdoppelt und in Gebieten wie dem Kollwitzplatz haben über zwei Drittel der Erwachsenen eine Hochschulausbildung abgeschlossen oder streben eine solche an. Noch Anfang der 2000er Jahre wurde über die Bewertung des Bevölkerungswandels gestritten, da der noch nicht abgeschlossene Verdrängungsprozess verschiedene Interpretationsspielräume zuließ. Mittlerweile wird der Gentrification-Befund nur noch in Nischen der öffentlichen und wissenschaftlichen Debatten angezweifelt.

Bedingt lesensqwert auch der recht unsinnige SPIEGEL-Artikel, der aufstrebende (gentrifizierte) Stadtbezirke an der anzahl der Spielhallen vs. Bioläden festmacht. Im Forum schrieb ein User zu recht, warum die Merkmale Hundehaufendichte oder traditionelle Berliner Kneipen im Vergleich zu Yuppi-Treffpunkten keine Rolle spielten...
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