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Gelesen Jan Graf Potocki Die Handschriften von Saragossa
Schon etwas her, aber der Abenteuer- und Schelmenroman von Jan Graf Potocki war wirklich gut. Einer der ganz großen vergessenen Romane der Weltliteratur, vielleicht neben den Don Quichote zu stellen. Er wird überschwänglich gelobt: Er liest sich, "als wäre 1001 Nacht mit romantischem Schauerroman gekreuzt worden" (Das Magazin), als "eine Art Kamasutra" (Deutsche Welle) und Decamerone der Aufklärung. Für die Washington Post ist er "schiere Magie", für die New York Times "eines der großen Meisterwerke der europäischen Literatur". "Die Handschrift von Saragossa" ist das Kultbuch der Kultbücher und Quelle der Kultbuchautoren. Sein Autor, Universalgelehrter aus dem polnischen Hochadel, Geheimrat des Zaren, Anhänger der Französischen Revolution, gilt als "Vorläufer eines Borges und Nabokov, eines Lem oder Eco" (NZZ).
Um seinen Dienst am Königshof in Madrid anzutreten, muss der junge Alfons die Sierra Morena durchqueren, die damals wohl verrufenste Gegend Spaniens. Ich weiß gar nicht, wie das heute ist. In einem maurischen Schloss begegnet er zwei liebeslüsternen Schwestern, die ihn gleichzeitig im Bett haben wollen. Es beginnt eine atemlose Odyssee voller Gefahren und Geheimnisse
Den Roman Gibts jetzt bei Zweitausendeins
Das ist offenbar die Haffmanns Ausgabe aus dem Jahre 2000. Aufbau hat ihn noch immer im Programm, ich habe ihn in der Aufbau-Ausgabe von 1962 gelesen. Interessant wäre, ob die dochj recht schwierige Publikationsgeschichte auch unterschiedliche Bücher zur Filge hat, hat es doch fast 2000 Jahre gedauert und zahlreiche Übersetzungen aus dem Polnischen ins Französische und zurück, bis die Ausgabe komplett vorliegt. Mehr dazu unten aus der Beschreibung bei booklooker
Roman von Jan Graf POTOCKI (Polen, 1761 1815), entstanden 1803 bis 1815, auszugsweise erschienen 1805, vollstandige Ausgabe 1847 - Im Vorwort des Verfassers läßt Potocki die leicht durchschaubare Fiktion entstehen, er habe den Text unter abenteuerlichen Umständen gefunden und sei nur der Herausgeber. Das tatsächliche Schicksal des Romans, dessen vollständiges Manuskript bis auf den heutigen Tag verschollen ist, übertrifft die fingierte Veröffentlichungsgeschichte an Abenteuerlichkeit bei weitem. Potocki, Kosmopolit polnischer Abstammung, der bis dahin nur durch wissenschaftliche Publikationen hervorgetreten war, begann 1805 in St. Petersburg mit der Drucklegung eines Teils des Romans, die aber bei der Herstellung der Korrekturbogen endete (zwei Exemplare in Leningrad und Paris erhalten). Eine deutsche Übersetzung des ersten Teils (erstes Dekameron) erscheint 1809 in Leipzig (herausgegeben von Friedrich Adelung) unter dem Titel Abentheuer in der Sierra Morena, aus den Papieren des Grafen von *** 1. Band. Als Fortsetzung des Petersburger Textes kommt 1813 in Paris ein zweiter Teil des Romans Acadoro, Histoire espagnole par M.L.C.J.P [Monsieur le Comte Jan Potocki) heraus, 1814 - ob mit Zustimmung des Autors ist fraglich - eine zusammenfassende Ausgabe, teilweise gekürzt und teilweise ergänzt (um die Histoire de Rebecca) unter dem Titel Les dix journées de la vie d'Alphonse van Worden
Eine von Potocki zur Veröffentlichung nach Paris geschickte Handschrift des gesamten Romantextes bleibt unauffindbar trotz der von Aleksandr S. PUSKlN (nach Potockis Tod) veranlaßten Nachforschungen. Ohne Quellenangabe veröffentlichte Charles NODIER 1822 in seiner Geschichtensammlung Infernaliana den nur wenig veränderten Text des zehnten Tags aus Potockis Roman, 1834/35 gibt Maunce COUSIN ganze Teile des Werkes u.a. als angebliche Memoiren Cagliostros heraus. Das Plagiat wird aufgedeckt und Potockis Autorschaft eindeutig belegt. Dennoch gilt Nodier, der dazu schweigt, zeitweilig als Autor des Romans. Ebenfalls ohne Quellenangabe (wohl irrtümlich) druckt Washington IRVING noch 1855 einen Ausschnitt des Romans in seiner Erzählungssammlung Wolferts Roost and Other Stories ab. 1847 erscheint eine polnische Übersetzung des vollständigen Textes in Leipzig unter dem Titel Rekopis znateziony w Saragossie [Le manuscit trouve a Saragosse, der Titel geht auf Potocki zurück], auf der verschiedene nachfolgende Ausgaben basieren. Nach Erscheinen einer kritischen polnischen Ausgabe (1956) werden im Familienarchiv der Potockis zwei bisher unbekannte Bruchstücke des franzosischen Originalmanuskripts gefunden, so daß die franzosische Neuausgabe von 1958 nur noch zu einem Fünftel des Gesamttextes auf die unsichere polnische Übersetzung von 1847 zurückgreifen muß.In formaler Anlehnung an Tausendundeine Nacht und das Decamerone hat Potocki seinen Roman in die Erzählungen von 66 Tagen unterteilt, in denen Alphonse van Worden, ein junger Hauptmann der wallonischen Garden Philipps V , die Sierra Morena überquert, um in Madrid seinen Dienst anzutreten. Auf dem Weg, der normalerweise wenige Tage beansprucht, wird der Held in eine Reihe sinnverwirrender, schauerlicher Abenteuer gestürzt, die er dank seines außerordentlichen Mutes, in den er alle Ehre setzt, erstaunlich gelassen übersteht. Während andere in den gleichen phantastischen Situationen - angesichts von Gespenster- und Geistererscheinungen, verkehrter Raum- und Zeitverhältnisse - den Verstand verlieren, weigert sich Alphonse beharrlich, an das Spiel überirdischer Mächte zu glauben. Tatsächlich enthüllt sich die Schreckensmaschinerie als das Machwerk der Gomolez, eines einst aus Granada verstoßenen maurischen Geschlechts, das in den Bergen ein unterirdisches islamisches Reich aufgebaut hat, um von hier aus die Welt zu erobern. Die Gomolez brauchen einen neuen Führer und hoffen, ihn in dem mit ihnen verwandten Alphonse zu finden, dessen Tauglichkeit sie auf die Probe stellen wollen. Diese Rahmenhandlung bildet das Gerüst für eine äußerst komplizierte Erzählkonstruktion ineinander verschachtelter Geschichten, die sich wie in einem Kaleidoskop unter strenger Gesetzmäßigkeit vervielfältigen und zu Mustern zusammentreten. Während Potocki die Gespenstergeschichten, deren Arsenal er bis auf die Antike zurückgreifend ausschöpft, mit all ihren phantastisch ausstaffierten Gerippen, Sukkuben, Vampiren usw. als harmlos theatralisch entlarvt, setzt er an die Stelle dieser Ausgeburten des Aberglaubens eine Welt, die unheimlich geordnet erscheint Was nicht geschehen kann, geschieht was nur einmal geschehen kann, wiederholt sich Beides fügt sich zusammen und führt eine schreckensvolle Art von Regelmäßigkeit herbei (Caillois). Das wahrhaft Furchterregende findet bei Potocki keine Verkörperung, sondern erscheint als ein Prinzip des Geistigen. Das unterscheidet Potockis Roman von der nachfolgenden Schauerromantik und findet eine echte Entsprechung erst in den Kurzgeschichten von Edgar Allan POE. Der literaturhistorisch erst jüngst wiederentdeckte und noch kaum in seine geistesgeschichtlichen Zusammenhange gestellte Roman läßt sich schwer einordnen. Wenn nicht von ihnen beeinflußt, ist Potocki den Enzyklopädisten des 18. Jhs. zumindest geistesverwandt. Was ihn aber von der Aufklärung unterscheidet und den Roman als ein frühes Werk der romantischen Literatur kennzeichnet, ist die Entdeckung des Phantastischen in der Rationalität, was eigentlich schon deren Überwindung bedeutet. Typologisch läßt sich das Werk vor allem vom spanisch-französischen Abenteuer-und Schelmenroman herleiten (aus dieser Tradition ist das Spiel mit dem übersteigerten ritterlich-soldatischen Ehrbegriff des Helden übernommen), aber eher als in literarischen Traditionen finden sich Voraussetzungen für die Gestalt des Werkes in der Biographie des Autors. Potocki hatte das Leben eines Abenteurer-Forschers geführt, historische Studien u.a. auf dem Gebiet der Kabbalistik getrieben und mit besonderer Vorliebe an Konkordanztafeln europäischer und orientalischer Kulturen, die er weit in die Vergangenheit verfolgte, gearbeitet. Als synoptisch konnte man auch das Organisationsprinzip des Romans bezeichnen, in der vergleichenden Gegenüberstellung von Christentum und Islam und in der als roter Faden durchlaufenden verzweigten Genealogie der Gomolez wird es besonders deutlich, durchdringt aber die Komposition bis in die kleinsten Motive hinein (Zwillings-Motiv, Verdoppelungsmotiv). Der Roman wird u.a. aufgefaßt als eine Art philosophischer Schrift gegen CHATEAUBRIANDS Genie du christianisme (so Kukulski). Jedenfalls entzieht Potocki der christlichen Religion ihre Offenbarungsgrundlage (Ich zog einige Dünste zusammen und bildete daraus einen Feuergeist. Das ist ein Geheimnis, das in unserer Familie überliefert wird, und durch ein ähnliches Mittel gelang es Moses, dem richtigen Bruder meines dreiundsechzigsten Ahns, die Feuersäule zu bilden, welche die Israeliten durch die Wüste führte), indem er sie als Zauber ausgibt, ohne aber das Christliche völlig zu relativieren. Alphonse läßt sich nicht zum Islam bekehren, und die Gomolez sprengen am Ende ihr Reich in die Luft.

Um seinen Dienst am Königshof in Madrid anzutreten, muss der junge Alfons die Sierra Morena durchqueren, die damals wohl verrufenste Gegend Spaniens. Ich weiß gar nicht, wie das heute ist. In einem maurischen Schloss begegnet er zwei liebeslüsternen Schwestern, die ihn gleichzeitig im Bett haben wollen. Es beginnt eine atemlose Odyssee voller Gefahren und Geheimnisse
Den Roman Gibts jetzt bei Zweitausendeins
Das ist offenbar die Haffmanns Ausgabe aus dem Jahre 2000. Aufbau hat ihn noch immer im Programm, ich habe ihn in der Aufbau-Ausgabe von 1962 gelesen. Interessant wäre, ob die dochj recht schwierige Publikationsgeschichte auch unterschiedliche Bücher zur Filge hat, hat es doch fast 2000 Jahre gedauert und zahlreiche Übersetzungen aus dem Polnischen ins Französische und zurück, bis die Ausgabe komplett vorliegt. Mehr dazu unten aus der Beschreibung bei booklooker
Roman von Jan Graf POTOCKI (Polen, 1761 1815), entstanden 1803 bis 1815, auszugsweise erschienen 1805, vollstandige Ausgabe 1847 - Im Vorwort des Verfassers läßt Potocki die leicht durchschaubare Fiktion entstehen, er habe den Text unter abenteuerlichen Umständen gefunden und sei nur der Herausgeber. Das tatsächliche Schicksal des Romans, dessen vollständiges Manuskript bis auf den heutigen Tag verschollen ist, übertrifft die fingierte Veröffentlichungsgeschichte an Abenteuerlichkeit bei weitem. Potocki, Kosmopolit polnischer Abstammung, der bis dahin nur durch wissenschaftliche Publikationen hervorgetreten war, begann 1805 in St. Petersburg mit der Drucklegung eines Teils des Romans, die aber bei der Herstellung der Korrekturbogen endete (zwei Exemplare in Leningrad und Paris erhalten). Eine deutsche Übersetzung des ersten Teils (erstes Dekameron) erscheint 1809 in Leipzig (herausgegeben von Friedrich Adelung) unter dem Titel Abentheuer in der Sierra Morena, aus den Papieren des Grafen von *** 1. Band. Als Fortsetzung des Petersburger Textes kommt 1813 in Paris ein zweiter Teil des Romans Acadoro, Histoire espagnole par M.L.C.J.P [Monsieur le Comte Jan Potocki) heraus, 1814 - ob mit Zustimmung des Autors ist fraglich - eine zusammenfassende Ausgabe, teilweise gekürzt und teilweise ergänzt (um die Histoire de Rebecca) unter dem Titel Les dix journées de la vie d'Alphonse van Worden
Eine von Potocki zur Veröffentlichung nach Paris geschickte Handschrift des gesamten Romantextes bleibt unauffindbar trotz der von Aleksandr S. PUSKlN (nach Potockis Tod) veranlaßten Nachforschungen. Ohne Quellenangabe veröffentlichte Charles NODIER 1822 in seiner Geschichtensammlung Infernaliana den nur wenig veränderten Text des zehnten Tags aus Potockis Roman, 1834/35 gibt Maunce COUSIN ganze Teile des Werkes u.a. als angebliche Memoiren Cagliostros heraus. Das Plagiat wird aufgedeckt und Potockis Autorschaft eindeutig belegt. Dennoch gilt Nodier, der dazu schweigt, zeitweilig als Autor des Romans. Ebenfalls ohne Quellenangabe (wohl irrtümlich) druckt Washington IRVING noch 1855 einen Ausschnitt des Romans in seiner Erzählungssammlung Wolferts Roost and Other Stories ab. 1847 erscheint eine polnische Übersetzung des vollständigen Textes in Leipzig unter dem Titel Rekopis znateziony w Saragossie [Le manuscit trouve a Saragosse, der Titel geht auf Potocki zurück], auf der verschiedene nachfolgende Ausgaben basieren. Nach Erscheinen einer kritischen polnischen Ausgabe (1956) werden im Familienarchiv der Potockis zwei bisher unbekannte Bruchstücke des franzosischen Originalmanuskripts gefunden, so daß die franzosische Neuausgabe von 1958 nur noch zu einem Fünftel des Gesamttextes auf die unsichere polnische Übersetzung von 1847 zurückgreifen muß.In formaler Anlehnung an Tausendundeine Nacht und das Decamerone hat Potocki seinen Roman in die Erzählungen von 66 Tagen unterteilt, in denen Alphonse van Worden, ein junger Hauptmann der wallonischen Garden Philipps V , die Sierra Morena überquert, um in Madrid seinen Dienst anzutreten. Auf dem Weg, der normalerweise wenige Tage beansprucht, wird der Held in eine Reihe sinnverwirrender, schauerlicher Abenteuer gestürzt, die er dank seines außerordentlichen Mutes, in den er alle Ehre setzt, erstaunlich gelassen übersteht. Während andere in den gleichen phantastischen Situationen - angesichts von Gespenster- und Geistererscheinungen, verkehrter Raum- und Zeitverhältnisse - den Verstand verlieren, weigert sich Alphonse beharrlich, an das Spiel überirdischer Mächte zu glauben. Tatsächlich enthüllt sich die Schreckensmaschinerie als das Machwerk der Gomolez, eines einst aus Granada verstoßenen maurischen Geschlechts, das in den Bergen ein unterirdisches islamisches Reich aufgebaut hat, um von hier aus die Welt zu erobern. Die Gomolez brauchen einen neuen Führer und hoffen, ihn in dem mit ihnen verwandten Alphonse zu finden, dessen Tauglichkeit sie auf die Probe stellen wollen. Diese Rahmenhandlung bildet das Gerüst für eine äußerst komplizierte Erzählkonstruktion ineinander verschachtelter Geschichten, die sich wie in einem Kaleidoskop unter strenger Gesetzmäßigkeit vervielfältigen und zu Mustern zusammentreten. Während Potocki die Gespenstergeschichten, deren Arsenal er bis auf die Antike zurückgreifend ausschöpft, mit all ihren phantastisch ausstaffierten Gerippen, Sukkuben, Vampiren usw. als harmlos theatralisch entlarvt, setzt er an die Stelle dieser Ausgeburten des Aberglaubens eine Welt, die unheimlich geordnet erscheint Was nicht geschehen kann, geschieht was nur einmal geschehen kann, wiederholt sich Beides fügt sich zusammen und führt eine schreckensvolle Art von Regelmäßigkeit herbei (Caillois). Das wahrhaft Furchterregende findet bei Potocki keine Verkörperung, sondern erscheint als ein Prinzip des Geistigen. Das unterscheidet Potockis Roman von der nachfolgenden Schauerromantik und findet eine echte Entsprechung erst in den Kurzgeschichten von Edgar Allan POE. Der literaturhistorisch erst jüngst wiederentdeckte und noch kaum in seine geistesgeschichtlichen Zusammenhange gestellte Roman läßt sich schwer einordnen. Wenn nicht von ihnen beeinflußt, ist Potocki den Enzyklopädisten des 18. Jhs. zumindest geistesverwandt. Was ihn aber von der Aufklärung unterscheidet und den Roman als ein frühes Werk der romantischen Literatur kennzeichnet, ist die Entdeckung des Phantastischen in der Rationalität, was eigentlich schon deren Überwindung bedeutet. Typologisch läßt sich das Werk vor allem vom spanisch-französischen Abenteuer-und Schelmenroman herleiten (aus dieser Tradition ist das Spiel mit dem übersteigerten ritterlich-soldatischen Ehrbegriff des Helden übernommen), aber eher als in literarischen Traditionen finden sich Voraussetzungen für die Gestalt des Werkes in der Biographie des Autors. Potocki hatte das Leben eines Abenteurer-Forschers geführt, historische Studien u.a. auf dem Gebiet der Kabbalistik getrieben und mit besonderer Vorliebe an Konkordanztafeln europäischer und orientalischer Kulturen, die er weit in die Vergangenheit verfolgte, gearbeitet. Als synoptisch konnte man auch das Organisationsprinzip des Romans bezeichnen, in der vergleichenden Gegenüberstellung von Christentum und Islam und in der als roter Faden durchlaufenden verzweigten Genealogie der Gomolez wird es besonders deutlich, durchdringt aber die Komposition bis in die kleinsten Motive hinein (Zwillings-Motiv, Verdoppelungsmotiv). Der Roman wird u.a. aufgefaßt als eine Art philosophischer Schrift gegen CHATEAUBRIANDS Genie du christianisme (so Kukulski). Jedenfalls entzieht Potocki der christlichen Religion ihre Offenbarungsgrundlage (Ich zog einige Dünste zusammen und bildete daraus einen Feuergeist. Das ist ein Geheimnis, das in unserer Familie überliefert wird, und durch ein ähnliches Mittel gelang es Moses, dem richtigen Bruder meines dreiundsechzigsten Ahns, die Feuersäule zu bilden, welche die Israeliten durch die Wüste führte), indem er sie als Zauber ausgibt, ohne aber das Christliche völlig zu relativieren. Alphonse läßt sich nicht zum Islam bekehren, und die Gomolez sprengen am Ende ihr Reich in die Luft.
Gelesen Philip Roth Die Demütigung
Es geht um etwas, was man von Philip Roth schon kennt: Ein alternder Schauspieler will sich nach dem (eingebildeten?) Verlust seiner Schauspielfähigkeiten und dem daraus resultierenden Einweisen in eine psychatrische Klinik umbringen. Doch dann lernt der 65-jährige die lesbische Tochter ehemaliger, oder sagen wir von Jugendfreunden kennen. Und verliebt sich in die 25 Jahre Jünger. Sie ist auf der Suche und nimmt das dankbar an. Es folgen herrliche Seiten voll absoluter Klischees alter Männer. Er "erzieht" sie zur Hetero, kauft ihr Kleider. Immer hat er eine mögliche Tragödie vor Augen, doch lässt er sie zu. Am Ende hat er Fantasien mit ihr als später Vater das Glück zu finden. Aber dazwischen lebt er seine Fantasien mit ihr aus, gipfelnd in einer menage á trois. Hier weiß man nicht, wer eigentlich wen instrumentalisert. Auf der Bühne geht es nicht, aber in seinem Leben? Es scheint, als schaffe er sich nochmal sein ganz privates Drama, sein Leben als Bühne. Das ist gut lesbar, und die Klischeekomödie wird dann zur Tragödie fast antiken Ausmasses. Die Frage ist wohl, leben wir, oder führen wir uns selbst etwas vor? Am Ende tötet er sich selbst, nachdem auf den Seiten vorher eine lange Liste von Selbstmördern in allen möglicvhen Dramen der Weltliteratur auftaucht. Alles in allem, gute Literatur. Schön kurz und knapp mit packenden Dialogen. Alles was man an Roth mag.
Anthony Burgess: Der Hexenmeister aus Manchester
Ulrich Faure lobt im ZVABlog in einem langen Artikel den großartigen Anthony Burgess...Ich habe gerade , resultierend aus dem großartigem Fürst der Phantome seine gruselige Utopie 1985 gelesen. 1982 erschien bei Heyne (!) die erste deutsche Ausgabe, mit einem etwas irritierenden Cover, des bereits 1978 erschienenen Buches. (Skandalös fast schon, dass für diese auf billigen braunem Papier gedruckten Taschenbücher mindestens 10 Euro verlangt werden.) Burgess schildert - sichtlich unter dem Eindruck des englischen Feuerwehrstreiks von 1978 (Winter of Discontent) - eine gruselige Utopie. Nicht nur, dass der Held seine Frau verliert, die im Krankenhaus beim Feuerwehrstreik verbrennt - das Buch ist eine ironische Kritik an Orwells 1984.
Im ersten Teil finden sich eine Anzahl Essys und Intervierws, die er mit sich selber hält. Der zweite Teil ist der eigentliche Roman, in dem die Gewerkschaften das öffentlioche Leben vollständig in ihre Hände genommen haben. Einige "Unverbesserliche" wollen aber ihre Freiheit verteidigen, gründen dazu eine Art terroristische Untergrundarmee Die Freien Britons. Später stellt sich heraus, dass dies Armee die Vorhut einer islamischen Armee bildet.
Klingt alles recht krude, aber ist ein wirklich gutes Buch, das insbesondere die Freagen des freien Willens, liberaler Weltanschauung, Überwachungsstatt, etc. diskutiert. Mehr hier http://en.wikipedia.org/wiki/1985_(Anthony_Burgess_novel)


Im ersten Teil finden sich eine Anzahl Essys und Intervierws, die er mit sich selber hält. Der zweite Teil ist der eigentliche Roman, in dem die Gewerkschaften das öffentlioche Leben vollständig in ihre Hände genommen haben. Einige "Unverbesserliche" wollen aber ihre Freiheit verteidigen, gründen dazu eine Art terroristische Untergrundarmee Die Freien Britons. Später stellt sich heraus, dass dies Armee die Vorhut einer islamischen Armee bildet.
Klingt alles recht krude, aber ist ein wirklich gutes Buch, das insbesondere die Freagen des freien Willens, liberaler Weltanschauung, Überwachungsstatt, etc. diskutiert. Mehr hier http://en.wikipedia.org/wiki/1985_(Anthony_Burgess_novel)
Anthony Burgess 1985 Canadian TV Interview
Marcel Beyer bezeichnet Dresden als «Kitschreservat»
Lesenswerte Kolumne auf den aktuellen Sachsen-Seiten der ZEIT von Marcel Beyer. Sein letzter Roman, "Kaltenburg" wurde recht gelobt.

Die Zerstörung der Leipziger Stadtbibliothek im Jahr 2003
»Terrorattacke auf das geschriebene Wort«
Jahrelang hat ein Germanistikstudent systematisch die Bücher der Leipziger Stadtbibliothek verunstaltet. Jetzt ist er gestellt, doch die Buchstadt sorgt sich um ihren guten Ruf, schreibt Frank Fischerin einer lesenswerten Erzählung, die hier downloadbar ist.
Echos
Technorati-Tags: Bücher

Jahrelang hat ein Germanistikstudent systematisch die Bücher der Leipziger Stadtbibliothek verunstaltet. Jetzt ist er gestellt, doch die Buchstadt sorgt sich um ihren guten Ruf, schreibt Frank Fischerin einer lesenswerten Erzählung, die hier downloadbar ist.
Echos
Technorati-Tags: Bücher
Tag des Bieres
Tag des Deutschen Bieres
Fürn Arsch
Salade Tomates Oignons (Yuksek Remix) vonLionel Hirlé aufVimeo.
Spitzenmusik mit grandiosem Video.Sandkastenspiele
The Sandpit von Sam O'Hare aufVimeo.
Toll. Keine Ahnung, wie das gemacht wird. Sind Originalaufnahmen aus Brooklyn steht im Abspann.Bücherliste des ZDF
Unter anderem bei Frau Mutti, Anke Gröner und irgendwas ist ja immer entdeckt auch mal angefangen...Ich guck ja fast nie ZDF, aber ZDFneo ist in Ordnung. Da würde die Liste sicher etwas anders aussehen.
Alles in allem eine seltsame Liste. Die offenbar nicht so ganz meinen Geschmack trifft.

Die hundert beliebtesten Bücher. Die, die ich irgendwann mal las, sind fett markiert.
1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien
Nö. Den Film würd ich gern mal sehen, aber nur wnn es sich mal ergibt.
2. Die Bibel
Mindestens quergelesen. Das dafür schon öfter.
3. Die Säulen der Erde, Ken Follett
Nö.
4. Das Parfum, Patrick Süskind
Fand ich ganz toll, Anfang der 90er gelesen. Der Film war dann trotzdem ich Tykwer mag, eher durchschnittlich.
5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry
Jo, Anfang der 90er und dann bestimmt auch noch mal an Kinder verschenkt. Ist in Ordnung.
6. Buddenbrooks, Thomas Mann
Thomas Mann sind eigentlich alle gut, die ich gelesen habe.
7. Der Medicus, Noah Gordon
8. Der Alchimist, Paulo Coelho
Nö, echt ein Haufen Bestsellerkram.
9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling
Den Kindern teilweise vorgelesen. Weiß aber nicht mal mehr welcher Band.
10. Die Päpstin, Donna W. Cross
11. Tintenherz, Cornelia Funke
12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon
13. Das Geisterhaus, Isabel Allende
War okay. Den Film fand ich dann fats besser.
14. Der Vorleser, Bernhard Schlink
Hat mir sehr gut gefallen. Schwieriges Thema sehr gut bearbeitet. Mir gefällt, dass der Autor ein recht bedeutender Jurist ist und dafür ist die Sprache sehr gut. Ich fand auch die filmische Umsetzung recht gelungen.
15. Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe
Klasse. Auch hier hat Schullektüre die Augen geöffnet. Der zweite Teil lohnt sich auch.
16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón
17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen
Wunderbar. Hat mir gut gefallen. Verfilmung kam da keine ran.
18. Der Name der Rose, Umberto Eco
Dafür dass es wohl sein "einfachstes" Buch sein soll, war es immer noch recht komplex. Beim Foucaultschen Pendel empfiehlt es sich, entweder den Rechner anzulassen oder eine Enzyklopädie zur Hand zu haben.
19. Illuminati, Dan Brown
Fand ich gar nicht mal so schlecht. War aber wie einen Krimi lesen, lange fernsehen oder einen Hamburger essen, im Moment gut, aber danach irgendwie unbefriedigend.
20. Effi Briest, Theodor Fontane
Fontane finde ich alle ausgezeichnet.
21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling
Könnte sein, wie gesagt, sie Nr. 9.
22. Der Zauberberg, Thomas Mann
Ganz fest vorgenommen.
23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell
24. Siddharta, Hermann Hesse
Muss man.
25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch
Fand ich damals ziemlich gut. Kann mich aber leider an nichts mehr erinnern.
26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende
27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn
28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt
Nur gelesen weil von Harry Rowohlt übersetzt und empfohlen. War okay. Der Autor muss aber, zumindestens erzählte das Harry Rowohlt letzten Sonntag in der Schaubühne, ein wirklich patenter und witziger Mensch gewesen sein, der auch gern mal ein alkoholisches Getränk verzehrte.
29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse
30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley
31. Deutschstunde, Siegfried Lenz
Das gerade noch nicht, aber So zärtlich war Suleiken mag ich sehr. Hab es aber schon da.
32. Die Glut, Sándor Márai
Habe nach diesem noch andere von ihm gelesen und alle für ausgezeichnet befunden. Ein bürgerlicher Konservativer mit großem Sprachgefühl und Begabung.
33. Homo faber, Max Frisch
34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny
Das beste von Nadolny. Der inhaltliche Nachfolger Ich und Er ist deutlich schwächer.
35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera
Tolles Buch. Der Film ist schon allein wegen Juliette Binoche unbedingt sehenswert.
36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez
37. Owen Meany, John Irving
Hatte mal eine Phase ind er ich viel von ihm las. Aber der dauernde Reigen aus Ringen, Eheproblemen, Sex und Schweiß wird auf Dauer etwas eintönig. Große Literaten schaffen große Litearatur aus einem begrenzten Repertoire, ich denke da nur an Philip Roth. Aber vielleicht ist Irving dann kein gang Großer?
38. Sofies Welt, Jostein Gaarder
Wunderbares Kinderbuch.
39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams
Vorgenommen, schon weil S. es mir immer empfohlen hatte.
40. Die Wand, Marlen Haushofer
41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving
42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez
43. Der Stechlin, Theodor Fontane
44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse
45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee
46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann
47. Der Laden, Erwin Strittmatter
48. Die Blechtrommel, Günter Grass
49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque
50. Der Schwarm, Frank Schätzing
51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks
52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling
53. Momo, Michael Ende
54. Jahrestage, Uwe Johnson
55. Traumfänger, Marlo Morgan
56. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger
Das Buch ist wirklich so wichtig, wie immer gesagt wird. Denn man fühlt sich verstanden. Aber mann solte es schon so mit 15, 16 lesen. Das gilt natürlich mindestens genauso für den den (Entschuldigung, bisschen platt) Ost-Salinger, Ulrich Plenzdorf: gelesen und geliebt.
57. Sakrileg, Dan Brown
58. Krabat, Otfried Preußler
59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren
Muss man als Kind kennen. Und wird man lieben.
60. Wüstenblume, Waris Dirie
61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro
62. Hannahs Töchter, Marianne Fredriksson
War nichtmal so schlecht. Weiß nicht, warum ich das gelesen habe.
63. Mittsommermord, Henning Mankell
64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell
65. Das Hotel New Hampshire, John Irving
66. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi
Liegt schon da. Geht bald los.
67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse
68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher
69. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling
70. Tagebuch, Anne Frank
71. Salz auf unserer Haut, Benoîte Groult
72. Jauche und Levkojen , Christine Brückner
73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen
74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann
75. Was ich liebte, Siri Hustvedt
Das fand ich sehr beeindruckend. Am Ende bleibt nur die Erinnerung, das einzige Paradies aus dem wir nicht vertrieben werden können.
76. Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers
77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé
78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt
79. Winnetou, Karl May
Klar, mit vielleicht 10 gelesen. Und alle Filme gesehen. Mein Bruder. Mein Bruder.
80. Désirée, Annemarie Selinko
81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig
82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving
83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë
84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern
85. 1984, George Orwell
Gerade den "Nachfolger", Anthony Burgess`1985 gelesen. Genauso beunruhigend.
86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy
Habe ich mal in einem Ökocamp oder so gelesen. Weiß noch, dass ich mich wunderte ausgerechnet dieses Buch dort zu finden und hatte keine ander Lektüre.
87. Paula, Isabel Allende
88. Solange du da bist, Marc Levy
89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johanns Mario Simmel
90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho
91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell
92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow
Ganz groß.
93. Schachnovelle, Stefan Zweig
94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski
95. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi
96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski
Ewig her, ist mal wieder dran.
97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas
98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel
99. Jane Eyre, Charlotte Brontë
100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood
Alles in allem eine seltsame Liste. Die offenbar nicht so ganz meinen Geschmack trifft.
Matthew Herbert - 'Leipzig' video
The brand new video for Matthew Herbert's 'Leipzig', exclusive to NME.COM.
Video funktioniert manchmal nicht, der direkte Link. Die Musik überzeugt micht nicht so.
Der iPad ist für die Katz´
Found Footage: Cat and iPad play well together
Also, wenn ich irgendwann mal wieder eine Katze haben sollte, ist der iPad fälig.
"Ängstlich zu sinnen und zu denken, was man hätte tun können, ist das Übelste, was man tun kann." (Georg Christoph Lichtenberg)
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