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Notizen aus Leipzig

Neues Layout

18. Dezember 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Mhm. So richtig weiß ich noch nicht, ob das so bleibt. Das andere war etwas kühler, aber dafür auch klarer...
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Brockhaus wird an Bertelsmann verkauft

17. Dezember 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Und die die Online-Redaktion in Leipzig wird komplett aufgelöst.
Das boersenblatt.net fragt nach:

Was geschieht mit den 60 Mitarbeitern – was geschieht mit der Redaktionsleiterin Sigrun Albert, und was geschieht auf Management-Ebene mit Marion Winkenbach? Es wird ja ein Vorstandsposten überflüssig …
Granseyer: Im Moment gibt es keine Maßnahmen für das Management, und für die künftige Vorstandsbesetzung müssen Sie den Aufsichtsrat fragen. In Leipzig müssen 48 festangestellte Mitarbeiter und zwölf Mitarbeiter mit Zeitverträgen gehen oder schließen Altersteilzeit-Verträge ab.

Na klar. Was denn sonst. Im Interview wird auch erwähnt, dass der Name F.A. Brockhaus aus dem Firmenregister gestrichen wird. Das ist wenigstens konsequent. Ich hoffe bloß, dass jeder weiß, dass er, wenn er einen Brockhaus kaufen sollte, ein Bertelsmann-Lexikon kauft.
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Wir sind böse! Macbeth im Centraltheater

15. Dezember 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Jetzt geht das große Geningel los. Eine Gruppierung um den Chef der Gewandhausfreunde (die mir bisher leider noch nicht aufgefallen sind), bemängelt das aktuelle Musiktheater und das Centraltheater. Die Aufführungen seien zu "entfernt vom Publikum". Ich bin der Auffassung, endlich wird mal polarisiert. Meine Erfahrunegn bei der Premiere von Aida in der Oper als auch letzten Mittwoch beim Hartmannschen Macbeth im Centraltheater gleichen sich insofern. Es gibt begeisterten Beifall, aber eben auch Buhs. Am Mittwoch rief so ein Depp allen Ernstes "Hartmann raus". Ich fand sowohl die Aida -Aufführung als auch den Macbeth sehenswert. Klar, die Leipziger Internet Zeitung schrieb zurecht:
Manche Szenen hätte man auch weglassen können. SchauspielerInnen, die sich ausziehen müssen, ein simulierter Stuhlgang auf der Bühne.
Und damit war die "Reaktion des Publikums am Ende – nun fast wie gewohnt – gemischt. Buhrufe, Applaus und zustimmendes Pfeifen. Die Buhrufe galten vor allem Sebastian Hartmann, Intendant und Regisseur." Schön ist aber eben, dass man nicht nur konsumiert, sondern einfach mal wieder nachdenken kann. Und es ist auf jeden Fall gut, wenn man das Stück schon ungefähr kennt. Denn dass Uschi, der Mops die Hexen darstellen soll, war nicht sofort klar. Noch dazu ein sehr offenherziger Zuschauer (Peter W.) in eben diesem Moment in ein Zwiegespräch mit den Schauspielern eintrat. Sie redeten über Uschi, klar. Geholfen hat das aber nicht. "Mit Hartmann ist für die nächsten Jahre in Leipzig die Zeit eines mehr oder weniger klassisch daherkommenden Theaters vorbei. Durch seine nicht immer leicht nachvollziehbare Konzeption bekommt die Leipziger Theaterlandschaft einen neuen Ruck. Die Zuschauer werden – ob es ihnen gefällt oder nicht – auf verschiedenste Weise integriert. Genau das will Hartmann wohl auch: Die ZuschauerInnen sollen sich nicht berieseln lassen wie in einem Theaterstadl, sich nichts einfach vorsetzen lassen." Genau. Und das finde ich gut so. Gisela Hoyer schreibt in der LVZ
Von Werktreue besitzt das nicht wirklich viel. Hartmann hat, unterstützt durch die ironische Thomas-Brasch-Übersetzung des Originals, von der ursprünglichen Story nurmehr den Handlungsfaden übriggelassen. Und drumherum ein eigensinniges Geflecht aus szenischer Provokation und flotter Texterfindung geknüpft. ... Auch viel nacktes Fleisch, ein Stroboskop-Gewitter, pointiert eingesetzte Musik und Videoeinspiele mit archaischen Schlachtszenen zu Maschinengewehrgeräusch oder friedlichen Walen gehören ins nun auch in Leipzig nicht mehr unbekannte Instrumentarium von Theaterkunst à la Hartmann.
Also. Allen unter 30 sollte es auf jeden Fall gefallen. Die Älteren müssen sich einfach dafür interessieren, und ein bisschen Offenheit mitbringen. Ich freu mich auf das nächste Stück.
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Buch Drucke

Schöne Minna

13. Dezember 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Hach, so schön.
Gotthold Ephraim Lessing: Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. In der Leipziger Insel-Ausgabe von 1920. 189 S., Ganzleder . Abbildungen nach Stichen von Chodowiecki.

Nach dem ersten Druck der Ausgabe 1767, die Stiche aus dem Genealogischen Kalender auf das Jahr 1770. Hübsche Ausgabe im Stil des 18. Jahrhunderts,
Die Stiche (12) sind den Kupfern von Daniel Chodowiecki in dem Genealogischen Kalender auf das Jahr 1770 nachgebildet. Gedruckt wurde das Buch bei Breitkopf und Härtel in Leipzig im Jahre 1920. Der Text dieser Ausgabe gibt den des ersten Druckes vom Jahre 1767 wieder. Gedruckt wurde das Buch bei Breitkopf & Härtel in Leipzig im Jahre 1920 in einer Auflage von 1200 Exemplaren.
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Das letzte Mal habe ich es wohl zu Schulzeiten gelesen. Wieder reingeschaut, es bleibt eben ein Lessing. Aber wenn man mal andere Interpretationen zu Rate zieht, wie etwa die Funktion des Geldes für die sozialen Beziehungen der Charaktere oder die geschichtlichen Fakten der Auseinandersetzung mit Preußen und dem Krieg wird es deutlich spannender. Trotzdem, mein Lieblings-Lessing wird es nicht mehr werden. Aber ein wunderschönes, bibliophiles Buch bleibt es dennoch.
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Wolfenbütteler Fragmente

Gepostet von Unknown 0 Kommentare
 
[Hermann Samuel Reimarus / Johann Christoph Döderlein]: Fragmente und Antifragmente. Nebst einigen Landkarten. 2 Teile in 1 Band . in der Ausgabe Nürnberg (Grattnauer) 1779 und 1780 erworben. 278 S. + drei gefaltete gestochene Karten; VIII, 304 S.; kl.8° Pappband d.Zt. (kaum berieben; stellenweise einige Stockfleckchen, sonst gut und sauber erhalten).
Freut mich. Danke ebay.

Das Buch eröffnete den Fragmentenstreit, die bedeutendste theologische Auseinandersetzung des 18. Jahrhunderts in Deutschland und die wohl wichtigste Kontroverse zwischen der Aufklärung und der orthodoxen lutherischen Theologie. Lessing veröffentlichte die Fragmente nach dem Tode des tatsächlichen Autors in den Jahren 1774, 1777 und 1778.

Die radikal bibelkritischen Fragmente aus dem Nachlaß des Hamburger Orientalisten Hermann Samuel Reimarus (1694-1768), des wohl bedeutendsten Bibelkritikers des 18. Jahrhunderts, führten zu leidenschaftlichen Kontroversen des Herausgebers Lessing insbesondere mit dem hamburgischen Hauptpastor Goeze. Insgesamt provozierte dieser "literarische Orkan" mehr als 200 Gegenschriften.

Die Endfassung der Schrift "Apologie oder Schutzschrift der vernünftigen Verehrer Gottes", aus der die Fragmente stammen, wurde erst 1972 veröffentlicht.
Die vorliegende Ausgabe wurde durch den protestantischen Theologen Johann Christoph Döderlein (1746-1792) herausgegeben und kommentiert. Die Teilausgabe der 'Apologie oder Schutzschrifft für die vernünftigen Verehrer Gottes' stamm von Reimarus. Dieses, nicht zur Veröffentlichung vorgesehene Werk, in dem Reimarus deistische Religions- und Offenbarungskritik übt, wurde posthum von 1774-1777 durch Gotthold Ephraim Lessing, der wohl über einen Sohn R.'s in den Besitz von Teilen der handschriftlichen Aufzeichnungen gelangte, veröffentlicht. Um die Familie Reimarus' vor Angriffen zu schützen, publizierte Lessing die Texte als 'Fragmente eines Unbekannten' und gab vor, es handle sich um eine Handschrift aus der Bibliothek von Wolfenbüttel, die er seit 1774 verwaltete. Auf diese Mittteilung Lessings gründete fortan die Bezeichnung 'Wolfenbütteler Fragmente'. Die Veröffentlichung hatte den so genannten Fragmentenstreit zur Folge. Die vorliegende Ausgabe gilt als einzige Gegenschrift aus den Kreisen der Neologie.

Reimarus übt in den Fragmenten scharfe Kritik an der Offenbarung bzw. der Bibel. Reimarus, dessen Namen Lessing im Vorwort nicht nennt, vertrat eine "natürliche Religion", in der Gott seinen Platz hat. In dem Fragment über die Auferstehungsgeschichte deutet Reimarus auf die Widersprüche der Auferstehungsgeschichte hin. In "Vom Zwecke Jesu und seiner Jünger" geht er darüber hinaus und versucht zu zeigen, daß die ganze christliche Religion falsch ist. . Warum sich Lesing eionmischte, wird deutlich, wenn man bedenkt, das der Fragmentenstreit die letzte große Auseinandersetzung der Orthodoxie war. Es erfolgte die Abkehr vom Dogmatismus und die Hinwendung zur Ethik in der Epoche der Aufklärung.

* Erster Teil: 3. mit einer neuen Vorrede (gegen Melchior Goeze) versehene Auflage. Zweiter Teil: 2., verb. Ausgabe. Mit dem 48-seitigen Anhang zur Judenbekehrung. - Inhalt: [1] Vorläufige Betrachtungen. Über Zweifel besonders in der Religion - Antifragment - Fragment. Durchgang der Israeliten durchs rothe Meer - Fragment des Ungenannten - Fragment über die Auferstehungsgeschichte - (Übereinstimmung / Verschiedenheit / Widersprüche dazu) - [2] Fragment. Unmöglichkeit einer Offenbarung, die alle Menschen auf eine gegründete Art glauben könnten - Antifragment - Anhang: Giebt die Bibel Hofnung zu einer künftigen allgemeinen Judenbekehrung? - Die Schriften des Theologen und Aufklärers Hermann Samuel Reimarus (1694-1768) wurden von Lessing posthum als "Fragmente eines Unbekannten" herausgegeben. Reimarus übt darin scharfe Kritik an der Offenbarung bzw. der Bibel. Die vorliegende, von dem protestantischen Theologen Döderlein edierte und kommentierte Ausgabe gilt als einzige Gegenschrift aus den Kreisen der Neologie gegen die sog. Wolfenbüttler Fragmente.

Ein Berliner Antiquariat hat das Buch als Halblederband für 390.00 EUR im Angebot. Interessant ist auch die Veröffentlichungsgeschichte des Buches. Für die ersten vier Auflagen zeichen vier verscheidene Verlage verantwortlich. Die erste erschien Göttingen, die zweite, die ich habe, erschien in Nürnberg, die vierte in Berlin.
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reclam mal kurz in Leipzig

11. Dezember 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Herzlichen Dank nochmal an reclam. Nachdem 2007 der reclam-Verlag Leipzig verlassen hatte, gibt es nun eine (befristete) Rückkehr.
Das Archiv seines Leipziger Verlags mit umfangreichen Unterlagen und Dokumenten hat der Reclam Verlag nun dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellt.
In den kommenden drei Jahren sollen mit einer Dissertation und einem Sammelwerk, "das mit Hilfe von Zeitzeugen, VerlagsmitarbeiterInnen, AutorInnen, Buchgestaltern, LeserInnen und Kooperationspartnern die Produktion dokumentieren und auch die zensurpolitischen bzw. geheimdienstlichen Hintergründe mancher Buchprojekte freilegen soll", an die Zeit des Verlages in Leipzig erinnert werden.
Danach geht das Archiv zurück nach Stuttgart.
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Singen im Stadion

9. Dezember 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
iszt heute auch nicht mehr vdas, was es mal war. Aber nirgendwo auf der Welt singen Fans so schön wie die des FC Liverpool. Und zwar schon lange und nicht erst seit You’ll never walk alone. Da verschlägt es sogar dem BBC-Reporter die Sprache: Das Spiel ist 1964, auf dem ersten Höhepunkt der Beatlemania - was nicht zu überhören ist.


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Master Plan - About the power of Google
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Buch Geschichte Gesellschaft Rußland
4. Dezember 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Karl Schlögels neues Buch Terror und Traum ist soeben bei Hanser erschienen.


»Wie kaum ein zweiter deutscher Historiker erweckt Karl Schlögel Moskau, die Hauptstadt des Jahres 1937, zum Leben.«
Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung


Nachtrag: Habe es mir jetzt bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellt.

Nachtrag: Im Vergleich zu etwa Die Mitte liegt ostwärts scheint es mir schwächer zu sein. Obwohl es beeindruckend ist, wie Schlögel die Jahre des Großen Terrors und des Untergangs des Traumes vom Sozialismus akribisch rekontruiert. Mehr hier
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Toleranz

2. Dezember 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare

Das nenne ich Toleranz.
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Die Oper mausert sich

1. Dezember 2008 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Ich fand ja die Inszenierung von Peter Konwitschnys Aida schon ausgezeichnet. Selbst da gab es ja Buhrufe.
Ich habe mich aber gefragt, ob die nicht auch inszeniert waren, denn Konwitschny - sehr lässig mit dünnem Haupthaar und Pferdeschwanz und einem obligatorischen Schal - hat sich regelrecht gefreut, dass bei der Erstaufführung am 1. November auf den billigen Plätzen neben uns emkpört gebuht wurde. Dabei war es eine wirklich schöne Inszenierung, ein "KAmmerspiel" wie allenthalben zu lesen war.
Die Besprechung zu Jenufa klingt auch verheißungsvoll...
Diese neue Leipziger »Jenufa« ist ein szenisch-musikalischer Wurf, gegen den jeder Einwand verstummt. Einhellige Begeisterung in der Oper Leipzig! Wer hätte das gedacht.01.12.2008: In Handschellen (Tageszeitung Neues Deutschland)
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