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Notizen aus Leipzig

Hizbolla

26. Juli 2006 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Heute beginnt in Rom eine internationale Konferenz zur Lage im Libanon. Gestern Abend führte ich mit einem arabischen Freund ein Gespräch über die Ereignisse. im Nahen Osten. Natürlich ist seine Sicht außerordentlich scharf, ein leiser Hauch des abgrundtiefen Misstrauens, nein, Hasses in der Region war deutlich. Ich versuche das dann aus einer, ja, entfernten, mitteleuropäischen Sicht zu betrachten, dennoch die Lage ist verrannt.
1. Israel bombardiert zur Vergeltung für zwei entführte Soldaten den Süden Libanons. Ob es dabei von Anfang an nur um die Soldaten ging bleibt unklar. Fakt ist eine außerordentliche Härte beim Zurückschlagen.
Massenweise Vertreibungen, Zerstörung der Infrastruktur eines souveränen Landes, Tötung unschuldiger Zivilisten – das alles hat mit dem Recht auf Selbstverteidigung nichts zu tun. Jetzt wäre es eigentlich Pflicht der Bundesregierung gewesen, sich nachdrücklich für eine Beendigung der Kampfhandlungen einzusetzen. Doch nichts Vergleichbares geschah. Der USA-Argumentation folgend, wurde erklärt, die Zeit für eine Waffenruhe sei noch nicht reif. Erst müsse die Hisbollah die gefangenen Soldaten herausgeben und den Raketenbeschuss einstellen, bevor weiter gehende Schritte erfolgen könnten.
schreibt Hans Voß in einem lesenswerten Artikel . Merkel und Steinbrück haben es - im Gegensatz zu den französischen und italienischen Außenministern resp. Präsidenten - tatsächlich nicht fertiggebracht, die Angriffe Israels wenigstens zu kritisieren. Jetzt ist es soweit, dass ein Rückzug der Israelis von der Hisbolla als Sieg interpretiert werden könnte. Und die Hisbolla wird soweit vom Iran unterstützt, dass damit der Iran in mindestens den Status einer größeren Regionalmacht erhoben würde. Ganz zu schweigen davon, dass der Nimbus der Israelis als "unbesiegbar" zu gelten, dann vollends hinüber wäre. Das sieht auch unsere kleine Zeitung LVZ so (natürlich nicht online):
Diplomatie: Viel Gerede, keine Taten“, titelte die Zeitung Daily Star in Beirut gestern nach dem Besuch von Rice und einen Tag vor der in Rom geplanten internationalen Konferenz zur Lage im Libanon. Rice, die sich in den Tagen zuvor mehrfach gegen einen falschen Frieden – einen Waffenstillstand ohne Erfüllung mehrerer Bedingungen durch die Hisbollah – ausgesprochen hatte, stieß in Beirut auf Ablehnung. Gestern, in Ramallah, sprach sie von einem ?dringlichen Waffenstillstand“, der aber einen ?tragfähigen Frieden“ ermöglichen müsse.
?Der Ton des Gesprächs war sehr negativ. Über einen Gefangenenaustausch wollte sie nicht einmal reden“, hieß es nach einem Treffen am Vortag aus dem Umfeld des libanesischen Parlamentspräsidenten Nabih Berri, eines Schiiten. ?Es gab keine Übereinkunft, weil die US-Vertreterin eine umfassende Lösung vor einer Waffenruhe will. Wir wollen vor allen weiteren Schritten eine Waffenruhe.“
...Tja, und das kommt für Israel nicht in Frage.
Die Freilassung von zwei verschleppten israelischen Soldaten, die Entwaffnung der Hisbollah und eine Stationierung der regulären libanesischen Armee an der gemeinsamen Grenze seien die Grundprinzipien, sagte die israelische Außenministerin Zipi Liwni bei einem Treffen mit Rice. ?Wir werden und können nicht weniger als einen Erfolg akzeptieren“, bekräftigte sie. In Israel wird zudem schon jetzt erwartet, dass die Hisbollah ein Ende der israelischen Militäroffensive als Triumph der eigenen Stärke darstellen wird. ?Alles unterhalb einer kompletten Niederlage kann die Organisation als Sieg darstellen“, sagte der israelische Politikwissenschaftler Barry Rubin. Eine Zerstörung der Hisbollah sei aber kein realistisches Ziel der israelischen Offensive. ... Ein Kommentator der israelischen Tageszeitung Maariv charakterisierte die Lage insgesamt als kompliziert und verfahren.
meint Carsten Hoffmann. Wie also weiter? Große Hoffnungen auf die Rom-Konferenz setzen zu wollen, ist wohl verfehlt, da weder Israel noch Libanon oder Syrien dabei sind. Was soll also da schon rauskommen?
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Noch besser Leben

19. Juli 2006 Gepostet von Unknown 0 Kommentare

Endlich Noch besser Leben: Aber ab jetzt in der Merseburger Straße 25 in 04229 Leipzig. Hat ja etwas gedauert, aber hat sich wohl gelohnt. Es ist ein wunderschönes Gründerzeithaus, das damit aus seinem Leerstandsschlaf gerissen wurde. Man konnte das Haus - und die Kneipe - ja schon bei der letzten 24-Stuinden-Ausstellung bewundern. Ich denke mal, mit Salon ist das großartige Eckzimmer in der ersten Etage gemeint. Dort hatte ich schon im Frühjahr(?) das - tatsächliche - Vergnügen einer Theateraufführung eines Stückes nach nach Watzlawick. Wirklich komisch. Erst dachte ich ja, O Gott, nicht noch so ein bemühtes Laienspiel-Ensemble. Aber dem schwachen Start folgte ein amüsantes Finale.
Schön vor allem, dass damit die Cluster-Idee von geballten Kneipenansammlungen eine Fortsetzung erfährt. Denn dann kann man neben dem Lindenfels, dem Westflügel und dem Cineding schöner leben und weiterzechen.l
(Hach, und gäbe es das KLO in der Weißenfelser Straße nochzur Erinnerung, die Südstadt hätte es schwer ;->)
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Buch Literatur Rezension

Gelesen: Ernst Jünger Das abenteuerliche Herz

18. Juli 2006 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Sehr günstig die zweite erweiterte Auflage aus seinem Stamnmverlag Hamburgische Verlagsanstalt erworben. Wieder großartik, Jünger als der Kennner und Könner der deutschen Sprache. Aber nicht alle Essays können überzeugen. Mich würde ja mal interessieren, welche er im Vergleich zur ersten Ausgabe dazugenommen hat.
Lesenswert trotzdem!
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Galerie Kunst Leipzig

Kuhturm

13. Juli 2006 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Im Kuhturm: gibt es KUNST & KULTURORT
IN LEIPZIG LINDENAU. Sieht recht gut aus. Via ramschkasten (Hallo Alex!)
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Gelesen: Steinmetz - Moderne Literatur lesen

12. Juli 2006 Gepostet von Unknown 1 Kommentare
Aus der Grabbelkiste gezogen, ist das Buch von Horst Steinmetz ein lesenswerter Ansatz - aber wohl eher populärwissenschaftlich. Steinmetz beschreibt als nachvollziehbares Charaktersitikum, dass im Gegensatz zu "früher" Literatur keine Sinnordnung mehr anbietet. Der Leser wird also mehr gefordert, muss die Ordnung, wie im Leben selbst suchen und herstellen.
"Moderne Literatur muss auf die gleiche Art und Weise gelesen werden, wie wir unsere Umwelt ordnen. Wir müssen aus einer Flut von Reizen einige herausnehmen, sie bündeln und diese Einheiten miteinander in Beziehungen setzen, sodaß sie für uns sinnvoll werden. Lesen ist nicht mehr die Suche nach einer Werkbedeutung, einer Bedeutung, die im Werk gewissermaßen "verborgen" ist, einer Bedeutung darüber hinaus, die auch für andere akzeptabel sein muß. Das Suchen nach Bedeutung muß durch das Schaffen von Bedeutung ersetzt werden.
Beim Lesen moderner Literatur ist auch nicht mehr das Leseresultat das Entscheidende, sondern der Prozeß des Lesens, in dessen Verlauf einE LeserIn zu Ergebnissen gelangt. Während dieses Prozesses muß einE LeserIn die Lesestrategien überprüfen und damit auch die eigenen Weltauffassungen und Lebensprinzipien"

Ja, das ist ist angesichts einiger moderner Autoren richtig. Das angeführte Beispiel Ulyssus habe ich aus eben diesem Grund bisher noch nicht lesen können.
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Glasgow ‹ Europas Hauptstadt der Morde

Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Mikael Krogerus beschreibt im NZZ Folio: Glasgow ‹ Europas Hauptstadt der Morde Glasgow. Und das ist nicht lustig. Armut, Alkohol, Gewalt.
"Von weitem sehen sie aus wie Kinder. Sie sind zu dritt, vielleicht 11 oder 12 Jahre alt, die Haare kurz rasiert, die dünnen Körper stecken in Trainingsanzügen. Zügig überquere ich die Norfolk Street im Glasgower Arbeiterstadtteil Gorbals und steuere auf die Halbwüchsigen zu. Die Jungs schauen mich an. Wir sind 20 Meter voneinander entfernt, ich werde nervös. Soll ich umkehren? Wegrennen? Meine Schritte werden langsamer, ihre schneller. Ich bleibe stehen. Der mittlere bellt etwas zur Begrüssung: «Haaaw, you, giiies fägg!» Er spricht Glasgower Dialekt, ich verstehe kein Wort. Die beiden anderen kichern und tauschen Blicke aus, ihre Gesichter sehen seltsam alt aus. Der mittlere nimmt einen Schritt auf mich zu, ich weiche zurück.
Alle drei sprechen jetzt durcheinander, die Angst lärmt in meinem Kopf: Ich könnte ihnen mein Portemonnaie geben. Oder ich könnte mich wehren. Ich bin einen Kopf grösser als der mittlere . . . Aus den Augenwinkeln sehe ich einen Mann, der kurz zu uns herüberblickt, dann weitergeht. Mit lauter Stimme sage ich: «Ich bin Journalist», es klingt schwächlich. Es ist mein erster Abend in Glasgow. Und ich habe Angst vor 11-Jährigen."
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Israels kleines hässliches Imperium

Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Ein interessanter Text in der aktuellen Ausgabe der Le Monde diplomatique: Gerade angesichts der jüngsten Ereignisse läßt sich mal wieder sehr kompakt nachlesen, wie alt dieser Konflikt schon ist.

"Die 'autorisierten' israelischen Siedlungen bestehen aus hübschen Einzel- und Reihenhäusern und sind mit großzügigen Gemeindezentren ausgestattet, die aus staatlichen Lottomitteln finanziert wurden. Es gibt von Zypressen umstandene Einkaufszentren inmitten sattgrüner Rasenflächen, und es gibt Swimmingpools in Sichtweite von palästinensischen Dörfern, denen das Wasser zweimal wöchentlich von Tanklastern angeliefert wird. Als Besucher merkt man sehr bald: Die Bewohner der meisten Siedlungen gehen fest davon aus, dass sie und ihre Nachkommen hier auf Dauer bleiben werden. Nur in den Siedlungen, die aufgegeben werden sollen, herrscht eine deutliche Verbitterung. Häufig hörte ich hier den Satz: 'Wir wurden schon von den Nazis rausgeworfen, aber von hier kriegt man uns nicht weg.'

Ein Großteil des Westjordanlands bleibt Kriegsgebiet. Das israelische Militär ist noch stark präsent: Überall sieht man die runden, gepanzerten MG-Stellungen und die Wachtürme, die in der Nähe der größeren Palästinenserdörfer errichtet wurden. Die Türme haben Beobachtungsschlitze, die zugleich Schießscharten sind, und hohe Antennen und Masten, an denen große israelische Flaggen hängen. Vor den Türmen stehen Panzerwagen. Weit östlich der großen Mauer, tief im Westjordanland, sah ich mehrere neue niedrige Mauern, die parallel zu den örtlichen Straßen verlaufen. Die Armee hat sie offenbar gebaut, um die Fluchtwege potenzieller Terroristenautos blockieren zu können.

Und überall zwischen Hebron, Jerusalem und Nablus wehen erstaunlich viele, oft überdimensionierte israelische Flaggen. So viele und große waren es früher nie. Sie hängen an jeder Straßensperre, am Rande jeder Siedlung, an jeder geeigneten Straßenlampe, an den hohen Stacheldrahtzäunen. Eine bewusste Demonstration eigener Übermacht gegenüber einer feindlichen Bevölkerung."
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Is Coleen starting a team of her own? oder war es nur starker Durst?

11. Juli 2006 Gepostet von Unknown 0 Kommentare

Mit den wirklich wichtigen Fragen beschäftigt sich die Daily Mail: "Is Coleen starting a team of her own? fragt IAN DRURY, am 11 Juli. Wayne Rooney hatte ja zumindestens einen harten Tritt drauf, auch wenn
"...he hardly covered himself in glory at the World Cup. The reason might be in a tiny bump showing over his fiancee Coleen McLoughlin's bikini bottom.

Speculation that the 20-year-old ight be pregnant was encouraged by her appearance as she sunned herself in the South of France.
But there could of course be another reason for her slightly swollen tummy - the WAG diet.
It was reported yesterday that the England wives and girlfriends drank their way through more than £25,000 worth of alcohol - mainly champagne, lager and shorts - during riotous nights out during the tournament at their headquarters in Baden-Baden."
Das nenne ich Durst.
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Patriotismus leicht gemacht?

3. Juli 2006 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Gerade Matthias Matussek: Wir Deutschen. Warum uns die anderen gern haben können erstanden. Im Literaturportal eine erste Rezension.
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Badewannenrennen in Leipzig

Gepostet von Unknown 0 Kommentare

Super Stimmung beim Badewannenrennen nam Sonntag in Leipzig. Die mittlerweile 15. Auflage ist so kommerziell wie das Jahr zuvor, aber immer noch spassig. Bilder gibts bei der LVZ zum Beispiel. Im Bild rechts der gut gelaunte Moderator Paul "Der Dauersprecher" Fröhlich neben dem gut gelaunten Bürgermeister Dietmar J.
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