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Notizen aus Leipzig

Google vs. Buchhandel

25. Mai 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Heise meldet, dass der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, in dem rund 6500 Verlage, Buchhandlungen und Antiquariate, Zwischenbuchhändler und Verlagsvertreter zusammengeschlossen sind, den Aufbau einer eigenen Plattform zur Volltextsuche in Büchern in deutscher Sprache im Internet vorbereitet. Google wollte die bisher nur englischsprachioge Suche auch auf andere Sprachen ausweiten.
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Leipziger Geschichten

20. Mai 2005 Gepostet von Unknown 1 Kommentare
In denLeipziger Geschichten finden sich manche Dinge, die man in der LVZ nicht findet.
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Von Spar - Tanz den Hartz IV!

19. Mai 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Wie Politik und Musik zusammengehen können 
Die immer wieder empfehlenswerte Leipziger Pop Up Messe fördert alljährlich kleine Perlen der moderneren Musik zutage. Und auch für den älteren Musikfreund ist der Eiskeller dann immer mal wieder gern besuchtes Ziel. "I can't relax in Deutschland" im Rahmen der Pop Up 2005 zeigte ein interessantes Lineup. Wenn nach Sinn und Unsinn der vorangehenden "Diskussion" gefragt werden sollte: Schwamm drüber, die Radikalantinationalen denken mir alle ein Spur zu schwarz-weiß. Das mögen andere anders sehen. Doch am späteren Abend geben sich Räuberhöhle, Von Spar und The Robocop Kraus die Ehre. Mein abendlicher Favorit: Von Spar. Wenn man auch den Slogan "Geiz ist geil!" für schlimm hält und der Bandname einen sofort an diverse Discounter denken läßt, Von Spar machen sehr erfrischende Musik. Man meint die Gitarren der Gang of Four zu hören, aber genauso klingt es nach BretterElectro, Garage, Dub, Funk, hysterischem New Wave – klar, bei dem Gesang – House, R&B, you name it. Dieser Mix ist absolut tanzbar! Die aktuelle Platte vom Juli 2004 heißt „Die uneingeschränkte Freiheit der privaten Initiative“, und da stimmen auch die Texte. Allein die Titel der einzelnen Lieder sind sowohl Parolen, die sich im täglichen Diskurs anbringen lassen aber auch prima als T-Shirt-Aufdruck taugen. Kostprobe gefällig? "Bunsenwahrheiten, Schockwellen auf`s Parkett, Ist das noch populaer?, Die uneingeschraenkte Freiheit der privaten Initiative oder Eine Herde von Sparschweinen will gefuettert werden" sind einfach mal kleine Perlen. Aber auch in den Texten gibt es kleine Perlen. „Schritt für Schritt über den Tellerrand hinaus“ und „Ich rieche deinen kalten Schweiß, es könnte jeden treffen“: Ist das nun noch postmoderne Austauschbarkeit vor, oder aber Ausdruck linker Ratlosigkeit: Tanz den Hartz IV! Natürlich, Von Spar sind politisch. Alle drei Bandmitglieder spielen noch in diversen anderen Punkprojekten, diese Sozialisation hat natürlich ihre Spuren hinterlassen. Zwischen Weltkritik und postmodernem Theorieblabla beziehen sie Position beziehen. "Wenn amerikanische Bands ein Unbehagen gegenüber ihrer Gesellschaft äußern, ist das völlig legitim«, erklärt Thomas Mahmoud (The Oliver Twist Band) in der intro vom 21.7.2004. »Merkwürdig ist aber, dass man hier in Deutschland die Amerikaner zum neuen Feindbild erklärt, aber keine Kritik mehr am eigenen Land, an dieser fiesen neoliberalen Politik äußert". Und dafür sind Von Spar angetreten. Fazit: Thomas Mahmoud, Jan Philipp Janzen (Urlaub In Polen) und Christopher Marquez gelingt es Politik und Musik in einen überaus ansprechenden Zusammenhang zu bringen. Die Platte sollte nicht nur deswegen in keiner gepflegten Plattensammlung fehlen. Wahrscheinlich müßig zu erwähnen, dass das Hamburger Label L’Age D’Or schon seit 15 Jahren großartige Popmusik veröffentlicht, „doch die Welt noch nicht bereit“ erkannten schon die Labelkollegen Tocotronic – leider. Leider waren die Texte an dem Abend fast durchweg unverständlich. Aber der Beat pumpte, und die Leute tanzten. Etwas enttäuschend fand ich die ebenso angesagten, daran anschließenden The Robocop Kraus aus Nürnberg. Neue einfallsreiche, tanzbare, ein bisschen elektronische Rockmusik war das dann nicht mehr für mich.
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Anonyme Büchersüchtige

18. Mai 2005 Gepostet von Unknown 2 Kommentare
Die weibliche Sichtweise, gefunden bei Bibliomanische Fundstücke B: "Manchmal stelle ich mir vor, daß ich in einem etwas trostlosen Raum sitze. Auf einem Plastikstuhl, wie man sie in Polizeiwachen oder anderen Behörden findet. Umgeben von vielen stillen Menschen, die leicht nach vorne gebeugt dasitzen, als betrachteten sie etwas auf ihren Knien. Und dann stehe ich auf und sage laut und mit zitternden Händen: 'Mein Name ist boeki und ich bin Buchsüchtig' und alle um mich herum strahlen mich an und der erste Schritt der Therapie ist gemacht. Läuft das so nicht angeblich bei den Anonymen Alkoholikern? Was für ein Glück, dass die Lesesucht zwar auch abhängig macht, aber wesentlich weniger Nebenwirkungen zeigt. Nein, ernsthaft! Selbst wenn es die Anonymen Buchsüchtigen geben würde, würde ich bestimmt nicht hingehen, denn diese Art von Sucht ist ja eigentlich ganz schön. Eigentlich? Nun ja, bei mir läuft das meistens so ab wie heute: Ich habe hier einen Stapel von sagen wir mal 15 Büchern, die ich lesen möchte. Nachher darf ich mir zwei Pakete bei der Post abholen, die bestellte Bücher erhalten. Und eigentlich wollte ich in die Stadt gehen und meinem Süßen das schönste Geschenk der Welt kaufen. Und womit komme ich wieder? Jepp, ihr werdet es erraten haben, mit einer Tüte voller Bücher. Weil es die doch gerade auf dem Grabbeltisch gab (miese Ausrede) und ich sie sowieso mal kaufen wollte (schwache Ausrede) und die zwei kleinen Bücher, die ich dann noch mitgenommen habe, naja, die waren nicht reduziert, aber wenn ich doch schonmal hier bin..... AHHH! Ich besitze ungefähr 500 handfeste Ausreden, warum ich mir ein Buch gekauft habe (S-Bahn verpasst, es regnete, die Sonne schien, es schneite) und ich genieße immer wieder das Gesicht des besten Mannes der Welt, wenn er mir ungläubig zu hört und währenddessen vermutlich überlegt, wann er wohl die Zeit und die Kraft findet, mal wieder die aus allen Nähten platzenden Regale aufzustocken. Aber wenn ich dann sein verschmitzes Lächeln sehe, weil ich mich mal wieder mit Händen und Füssen um Kopf und Kragen rede, dann glaube ich, habe ich heute zumindest doch eine Art Geschenk gefunden. [© boeki]
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Geiz ist eben nicht geil

13. Mai 2005 Gepostet von Unknown 1 Kommentare
Geiz ist geil ist momentan in Mode. Trotzdem halte ich es für eine schlechte Idee, seine Wettbewerber nur über den Preis ausstechen zu wollen. Ein Preiskampf kennt auf Dauer nur Verlierer, keine Gewinner. Ein Preiswettbewerb ist lediglich das letzte Mittel, wenn einem nichts mehr anderes einfällt. Wie der Preiswettbewerb für mich, aus der Sicht des Kunden einzuschätzen ist, dazu meint der englische Sozialreformer John Ruskin (1819-1900): "Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, dass nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, dass Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen." Von hier.
Aber ich muss eben auch zugeben, manchmal kommt man an den Dingen mit den schreiend bunten Preisschildern nicht vorbei.
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Gelesen: Heinz Bude Bilanz der Nachfolge

12. Mai 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Ein ziemlich guter Ansatz in einem lesenswerten schmalen Bändchen. Ist zwar schon etwas älter, der Band erschioen 1992, aber wohl heute aktueller denn je. Bude liefert eine sozialwissenschaftliche Analyse insgesamt für den Umgang mit der NS-Vergangenheit. Dabei werden BRD und DDR recht gut gegenübergestellt, aber auch auf die mystische Komponente des Dritten Reiches, als dem Reich des Heilgen Geistes, nach dem Reich des Vaters und dem zweiten Reich, dem des Sohnes eingegangen. Das ist auf jeden Fall noch mal nachlesenswert, gern auch etwas umfangreicher. Auch daraus resultieren einige Probleme im Umgang. Leider gab es da keine weiterführenden Empfehlungen. Aber hauptsächlich geht es auch um ein heute aktuelleres Problem: den demografisch begründeten Übergang von Erinnern zu Geschichte. Hier gibt es noch ein
Interview in der FR.
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Hanif Kureishi - Rastlose Nähe

Gepostet von Unknown 0 Kommentare
"Als Jay noch einmal Asif, den Verteidiger der traditionellen Familienwerte aufsucht, formuliert er im Gedanken sein Credo vom 'Neuen Menschen': 'Ich glaube an Individualismus, an Sinnlichkeit und an kreatives Nichtstun. Ich liebe die Phantasie der Menschen: ihre Zartheit, ihre brutale, aggressive Kraft, ihre Tiefe, ihre Macht, die materielle Welt in Kunst zu verwandeln. Mir gefällt, was Mann und Frau zusammen schaffen. Das ziehe ich allem anderen vor, neben Liebe und Frauenkörper, die das eigentliche Herzstück bilden von all dem, wofür es sich zu leben lohnt.'" Herrlich! Zur Rezension von Hanif Kureishi Rastlose Näheheirlang:
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Schinkenpflaster

Gepostet von Unknown 0 Kommentare
auf jeden Fall eine Sache zum Anbeißen. Die leckeren Bacon Strips Bandages kann man hier bestellen.
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'Stadt muss mehr Geld investieren' schreibt die Leipziger Volkszeitung

9. Mai 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Hallo? Irgendwie kommt das mir ein bisschen billig vor: "Ein 'Konzept aus einem Guss' fordern Joachim Dirschka und Wolfgang Topf für die Region Leipzig. Nur so könne sie wieder in der ersten Liga mitspielen, meinen die Chefs der Handwerks- beziehungsweise der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig." Wird nicht gerade von dieser Seite ständig der zu hohe kommunale resp. Staatsanteil bemängelt? Und dann soll die Stadt einspringen?

Dass sich Dresden diue meisten Fördergelder zuschießt ist klar, Regierungssitz und lange in CDU-Hand. Und so wie Roßberg auftritt, wird es wohl auch wieder an die CDU gehen. Das SPD-regierte Leipzig mit starker PDS-Fraktion und zwei PDS-Direktmandaten hat da natürlich ehjer schlechte Karten. Aber es kann ja wohl nicht alles an Fördergeldern liegen. Vielleicht sollten sich die beiden Herren mal an die eigene Nase greifen?

Zum Interview hierlang Leipziger Volkszeitung vom Montag, 9. Mai 2005
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BlogMap

4. Mai 2005 Gepostet von Unknown 2 Kommentare
Sollte ich tatsächlich der erste Leipziger Blogger sein? Gibt doch einige, soweit ich weiss...Ist natürlich fraglich, was das soll, einerseits Anonymität zu wahren suchen, andererseits mit öffentlichen "Tagebuch" eine, wenn auch kleine, Öffentlichkeit herstellen. Aber ich empfehle hier schon mal ein gutes Buch, das ist ja vielleicht schon genug.
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Ilse? Gern immer wieder

2. Mai 2005 Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Freitag in der Ilse. Bin ja nun nicht gerade Dauergast, obwohl vergangene Woche wegen der Kurzfilmnacht Glückskeks zweimal, aber der Freitag war wieder sehr nett. De Idee 75 DJs spielen einen Hit heißt nicht etwa fünfundsiebzig Coverversionen ein und deselben Liedes als vielmehr 75 handverlesene Stücke ausgewählt von 75 Freizeit-DJs. Da ja jeder seine kleine Crew mitbringt, hat man gleich ein volles Haus und vor allem richtige Partystimmung. Entsprechender Alkoholkonsum war sofort gegeben. Ich habe mich zu vorgerückter Stunde mit einem freundlichen Franken, darauf legte er Wert "Erlangen liegt in Franken!", unterhalten. Leider ließ er mich dann zurück, zusammen mit der 21jährigen Schwester seiner Freundin, auch von dort. Wenn ich jemals über Spießbürgertum und eventuell bei mir zu verzeichnende Anzeichen nachgedacht haben sollte, wie unrecht ich doch hatte. 21 Jahre und so engstirnig. Angt vor Arbeitsplatzverlust und Nichtübernahme nach der Lehre. Sind wir hier im Osten einfach nur härter ium Nehmen? Wer rechnet denn ernsthaft nach seiner Lehre damit nahtlos übernommen zu werden? Hallo? Das sie die Ilse nicht mochte, geschenkt. Geschmäcker eben. Ich musst dann dringenst mal für kleinen Mädchen und habe mich dann in den Katakomben verdrückt.
Trotzdem nochmals, danke Jörn, Izy und Co. Kann gern mal wiederholt werden. (Da ja die Ilse nicht so auf Reggae etc. steht, habe ich schon einen meiner großen Hits im Auge! grins)
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Langfristig wird die Arbeit verschwinden

Gepostet von Unknown 0 Kommentare
Der Soziologe Jeremy Riffkins spricht es aus: Langfristig wird die Arbeit verschwinden. Gerdae geht es ja wieder um die Standortdebatte (Münte und der Kapitalismus) und dann kann man Im Interview in der Stuttgarter Zeitung lesen, dass es drei Pseudotheorien gibt: "Erstens: Wir verlieren in unserem Land Jobs, weil die bösen Unternehmer Stellen ins Ausland verlagern. Zweitens: Wir haben genug Jobs, die Leute sind nur nicht richtig ausgebildet. Und drittens: Wir haben zu wenig Jobs, weil die Sozialabgaben zu teuer sind. Alle drei Argumente sind absurd.

Wissen Sie, dass genau diese Argumente gerade in Deutschland diskutiert werden?

Natürlich weiß ich das. Ihre Regierung hat mich ja gerade erst wieder zu einem Vortrag eingeladen. Aber der Reihe nach. Erstens: Die Zahl der Jobs die in Deutschland verschwinden weil sie zum Beispiel nach Osteuropa oder China verlagert wird, ist verschwindend gering. Sie macht gerade mal ein Prozent der abgebauten Stellen aus. Der wirkliche Jobkiller ist der technologische Fortschritt. Aber davon hören Sie von den Politikern kein Wort. Maschinen machen sich als Buhmann eben schlechter als Chinesen oder Polen."

Und zum Thema "Sozialabgaben zu hoch":
Wo liegt der dritte Fehler?
Ah, die sozialen Systeme. Darüber sprechen Sie hier schon seit Jahren, nicht wahr? Nun, ich will nicht sagen, dass es in Deutschland keinen Reformbedarf gibt. Aber wenn jemand daran denkt, den Weg der USA einzuschlagen, dann kann ich davor nur warnen. Je härter sie die Sozialsysteme beschneiden, desto eher tauchen die Probleme an anderer Stelle wieder auf. Schlechtere Gesundheit, größere Armut, weniger Sicherheit, mehr Kriminalität. Natürlich ist die US-Arbeitslosenquote niedriger als die deutsche. Aber bei uns sitzen allein zwei Millionen Leute in den Gefängnissen. Meinen Sie, das ist keine versteckte Arbeitslosigkeit? Glauben Sie mir, sie sind hier immer noch besser dran."

Macht bisschen Angst, oder? Stuttgarter Zeitung online - „Langfristig wird die Arbeit verschwinden“:
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